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Foto von Marcus74
In der Mythologie ist Savai'i, der Name der größten samoanischen Insel, nur ein anderer Begriff für das sagenumwobene Hawaiki'i, die Heimat aller Polynesier. Deshalb gaben die Samoaner ihrem Land den Titel: »The cradle of Polynesia«, die Wiege Polynesiens. Etwa zehn Prozent der rund 162 000 Einwohner gelten als Euronesier. Sie haben vielfach deutsche Vorfahren, die zwischen 1899 und 1914, als West-Samoa Kolonie des deutschen Kaiserreichs war, auf den Inseln Upolu und Savai'i lebten. Noch heute klingen Vor- und Nachnamen so mancher Samoaner deutsch.
Dem damaligen Gouverneur Wilhelm Solf verdanken es die Deutschen, dass sie in dem 2900 km² großen Inselstaat Anerkennung genießen. Er ließ Straßen und Schulen bauen und bemühte sich, die Landrechte der Insulaner zu schützen. Mit der Verpflichtung jedes Landbesitzers, im Jahr 50 Kokospalmen zu pflanzen, hat Solf die wirtschaftliche Basis Samoas geschaffen, denn Kokosprodukte haben noch heute den größten Anteil am Gesamtexportvolumen. Das allerdings wird um ein Sechsfaches überstiegen von den Importen. Die Inflationsrate liegt jährlich knapp unter zehn Prozent. Arbeitslosigkeit, aber auch das monotone, von den Häuptlingen (Matais) streng kontrollierte Dorfleben treibt viele junge Samoaner ins Ausland, hauptsächlich nach Neuseeland. Beängstigend hoch ist die Selbstmordrate unter Jugendlichen. Der in den Zwanzigerjahren des 20. Jhs. von der amerikanischen Anthropologin Margaret Mead geschaffene Samoa-Mythos von einer freien, unverdorbenen Gesellschaft entsprach schon damals kaum der Realität, heute noch viel weniger. Die ca. 15 000 Häuptlinge, die Matais, haben alle Macht in den Händen, auch politisch. Erst bei den Parlamentswahlen 1991 wurde ein allgemeines Wahlrecht zugelassen.
»Fa'a Samoa« heißt die Lebensart in dem traditionellen, von alten Sitten und Gebräuchen bestimmten Gesellschaftssystem, an dem auf Samoa noch sehr viel stärker festgehalten wird als anderswo in der Südsee. Dazu gehören auch die Fa' afafine, die Transvestiten, die ähnlich wie in Tonga erzogen werden, um die Frauen bei der Hausarbeit zu entlasten. Die Fa'afafine gehören zur Familie und werden in keiner Weise diskriminiert.
Immer wieder fegen Taifune über die Inseln, zerstören die Siedlungen, Strände und Kokospalmenplantagen. Und regelmäßig kommen die Aufbauarbeiten danach ins Stocken, weil die finanziellen Hilfen der Industrieländer bei den Politikern und Matais vor Ort in dunklen Kanälen versickern sollen.
Der Flughafen heißt Faleolo International Airport, knapp 40 Minuten Fahrt (ca. 30 km) mit dem Bus von der Hauptstadt Apia auf Upolu entfernt. Zum Flughafen Tafuna auf Amerikanisch-Samoa starten mehrmals täglich die kleinen Twin Otter von Polynesian Airlines, der nationalen Fluglinie, nach Savai'i (20 Min. Flug, ca. 60 Euro hin und zurück). Abflug ist vom kleinen Flugplatz Fagalii bei Apia und vom Faleolo Airport. International fliegt die Airline zweimal die Woche nach Tongatapu und einmal in der Woche direkt von Apia nach Vava'u (Tonga). Polynesisan Blue (eine Virgin-Blue-Tochter) fliegt regelmäßig von Apia nach Australien (Townsville, Brisbane, Gold Coast, Sydney, Melbourne und Adelaide) sowie nach Auckland (einfache Strecke ca. 170 Euro, www.polynesianblue.com).
Mit dem Schiff fährt man von der Mulifanua Wharf (3 km vom Faleolo-Flughafen entfernt) aus für 4 Euro in 60 Minuten nach Savai'i. Die Flüge nach Savai'i starten meist in Fagali'i (ca. 5 km östlich von Apia). Wenn Sie nach Pago Pago fliegen (ebenfalls von Fagali'i aus), bewahren Sie die Quittung über 10 Euro für die Ausreisegebühr auf. Sie gilt beim nächsten internationalen Flug innerhalb der folgenden 30 Tage. Polynesian Airlines, Apia, NPF Building, Beach Road, Tel. 212 61, 426 75 (Airport), Fax 249 50, www.polynesianairlines.com
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