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von philipp
Die insgesamt 118 Inseln Französisch-Polynesiens bilden eine Landfläche von etwa 4180 km². Die zentralen Inselgruppen sind die 14 Gesellschaftsinseln, die sich wiederum gliedern in die »Inseln im Wind«, die dem Passatwind zugewandten Inseln Tahiti (mit der Hauptstadt Papeete), Moorea, Maiao, Tetiaroa, Mehetia, und die westlichen, abgewandten »Inseln unterm Wind« Bora Bora, Huahine, Maupiti, Raiatea und Tahaa sowie die Atolle Motu One und Manuae. Französisch-Polynesien ist seit 1957 ein französisches Überseeterritorium, das 1984 autonom wurde. Die rund 190 000 Einwohner sind wirtschaftlich vom Mutterland in Europa abhängig, das vertreten ist durch einen Hochkommissar. Aus Frankreich kommen selbst Waren des täglichen Bedarfs wie Gemüse, Fleisch und Getränke. Kritische Stimmen behaupten, die französische Regierung treibe ihre südpazifischen Untertanen ins soziale Elend. Denn die hohen Lebenshaltungskosten, die durch die wohlhabenden Franzosen entstanden sind, kann die »einfache Bevölkerung« finanziell nur mit großen Mühen tragen. Dennoch: Mehr als die Hälfte der Tahitianer ist, so Meinungsumfragen, entschieden gegen die Unabhängigkeit.
Insbesondere auf Tahiti zeugen die Gesichtszüge der einheimischen Polynesier nicht nur von französischen Vorfahren, sondern auch von der Zuwanderung chinesischer Arbeitskräfte, die in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. in die Kolonien geholt wurden. Aus der ethnischen Mischung ist ein Menschenschlag hervorgegangen, der in Körperbau und Gesichtszügen westlicher Ästhetik entspricht. Es ist deshalb kein Zufall, dass es die Tahitianerinnen waren, die in Europa bei der Entstehung des Mythos »Südsee« als Idealbild der Südseeschönheit galten.
Französisch und Tahitianisch sind die offiziellen Sprachen. Im 19. Jh. unterstützte der tahitianische Fürst Pomare I. die Christianisierung der Insulaner. Schon seine Nachfolgerin, Königin Pomare IV., musste Frankreich als Schutzmacht anerkennen. Ihr Sohn, Pomare V., war der letzte der Dynastie und erhielt eine Pension, als die Inseln 1880 französische Kolonie wurden.
Heute leben zwei Drittel der rasch anwachsenden Bevölkerung Französisch-Polynesiens auf den Gesellschaftsinseln, vorrangig auf Tahiti. Und die Landflucht von den übrigen Inseln hin zur verheißungsvollen Metropole Papeete hält weiter an, obwohl gerade hier die zunehmende Arbeitslosigkeit am deutlichsten zu spüren ist. Längst verunzieren ärmliche Wohnviertel die von Verkehrslärm und Autoabgasen erfüllte Hauptstadt. Die wenigen, die es sich leisten können, haben sich in die gepflegten Villengegenden am südlichen Stadtrand zurückgezogen. Am teuersten sind die höher gelegenen Grundstücke, die einer erfrischenden Brise ausgesetzt sind und Blick aufs Meer bieten.
Französisch-Polynesien Reiseführer zuletzt geändert von philipp diesen Text bearbeiten
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