Stolz darauf, protzigen und südlichen.
Zwei Bundesstaaten, bei denen das übrige Amerika noch immer schnell mit wenig schmeichelhaften Vorurteilen bei der Hand ist. Tennessee? Bevölkert von rückständigen Hinterwäldlern, die erst seit 1967 in der Schule von der Evolutionstheorie hören. Alabama? Wanderprediger und andere Fundamentalisten. Auch Europäer wissen, Hollywood sei Dank, was hier los ist. Seit Gregory Peck in »Wer die Nachtigall stört« als Anwalt einen unschuldigen Schwarzen verteidigte, ist ganz Alabama schwarz-weiß gemustert.
Tennessee, 110 000 km² groß und bevölkert von 5,7 Mio. Menschen, macht trotz der Great Smoky Mountains im Osten und dem Mississippi im Westen einen landschaftlich unaufgeregten Eindruck. Alabama, mit 4,5 Mio. Menschen auf 133 000 km², ist mit seinen Hügeln, Wäldern und klaren Flüssen im Norden und Sandstränden im Süden ganz hübsch. Aber atemberaubend, grandios, unvergesslich? Superlative hebt man sich lieber für andere Orte im Süden auf. Wer Tennessee und Alabama bereist, kommt wegen der Menschen - und wegen ihrer Musik und Geschichte. Tennessee hat Memphis und Nashville, hat Elvis und Graceland, Jazz, Rock 'n' Roll, Bluegrass und Country Music. Alabama hat die Stätten der Bürgerrechtsbewegung, hat NASA-Forschungszentren und Gospelgesänge in Sonntagsgottesdiensten. Und beide haben sie jede Menge historischer Schlachtfelder.

