Asinoú Reiseführer

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Asinoú

Asinoú

von Marcopolo

900 Jahre alte Wandmalereien als Welterbe der Menschheit

Die Mönche des Mittelalters haben die Einsamkeit gesucht. So siedelten sie auch am oberen Ende eines Tals am Rand des Tróodos zwischen Wäldern und Weiden. Von ihrem Kloster Panagía Forviótissa in der Gemarkung Asinoú ist nur noch die Kirche erhalten; die Wohn- und Wirtschaftsräume aus Holz und Lehm sind verschwunden. Die Kirche aber ist einer der größten Kunstschätze Zyperns. Von außen gleicht der kleine, einschiffige Bau mit seinem weit heruntergezogenen Ziegeldach eher einer Scheune als einem Gotteshaus. Bei genauerem Hinsehen erkennt man unter der Ziegelkonstruktion noch ein zweites, älteres Tonnengewölbe unter dem Kirchenschiff und Kuppeln über dem Vorbau. Das Ziegeldach ist wohl eine Anregung aus der Kreuzritterarchitektur gewesen, das später zum Schutz gegen die Witterung über den Bau gestülpt wurde. Dadurch sind die Wandmalereien im Innern so hervorragend erhalten geblieben. Die ältesten von ihnen stammen schon aus den Jahren 1105/06 - und leuchten nach einer vor 25 Jahren erfolgten Reinigung fast so kräftig wie vor nahezu 900 Jahren. Zu den besonders interessanten Fresken im Kirchenschiff gehört die Darstellung über der kleinen Nordtür. Sie zeigt rechts ganz klein die Frau des Mannes, der den Kirchenbau bezahlt hat. Er selbst steht, etwas größer dargestellt, vor ihr und übergibt der noch größer abgebildeten Gottesmutter symbolisch ein Modell der Kirche. Ihr gegenüber thront Christus, dem die Kirche geschenkt wird, hinter ihm sind Engel in prächtigen Gewändern zu erkennen. Nicht minder interessant ist eine Darstellung der 40 Märtyrer von Sebaste in der linken, hinteren Ecke der Kirche. Man sieht 39 spärlich bekleidete, frierende und erschöpfte, aus zahlreichen Wunden blutende Männer auf dem Eis eines zugefrorenen Sees. Der vierzigste ist der Verlockung eines warmen Badehauses am Seeufer erlegen, das der besuchen darf, der dem Christentum abschwört. Seinen Platz nimmt aber schon ein Freiwilliger ein, der auf der anderen Seite der Bogenlaibung herantritt. Über den Märtyrern schweben bereits, von Christus gesandt, 40 Märtyrerkronen. Im ebenfalls vollständig ausgemalten Narthex (im 14. Jh. angefügt), sieht man neben der Zwischentür eine aufschlussreiche Jagdszene mit zwei Jagdhunden und zwei zypriotischen Mufflons. Den Schlüssel zur Kirche verwaltet der Dorfpriester des vor Asinoú gelegenen Dorfes Nikitári. Meist findet man ihn in der Kirche, sonst im Dorf; eine Spende ist üblich. 31 km von Nicosia

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