Mehr als ein Viertel aller Zyprioten lebt in Nicosia und Umgebung. Der Name der Stadt ist venezianischen Ursprungs (griechisch: Lefkosía, türkisch: Lefkoșa). Nicosia liegt im Zentrum der Mesaória-Ebene zwischen dem Kerýneia-Gebirge im Norden, dem Tróodos-Gebirge im Südwesten und niedrigen, oft tafelbergartigen Ausläufern des Tróodos im Südosten. Die Gipfel des Kerýneia- sowie die sanften, ihre Höhe verleugnenden Kuppen des Tróodos-Gebirges sind an vielen Tagen von der Inselhauptstadt aus zu sehen.
Die günstige Lage in der Ebene ermöglicht Nicosia ein ungehemmtes Wachstum, wohnsiedlungen, Regierungsbauten, Gewerbe- und Industrieviertel breiten sich immer weiter aus. Gleichzeitig wird in der fruchtbaren Umgebung aber auch weiterhin intensiv Landwirtschaft betrieben. Die Hauptrolle spielt der Anbau von Weizen und Gerste. Der Tourismus hat nur eine untergeordnete Rolle, da die meisten Besucher nur als Tagesgäste kommen. Wer hier über Nacht bleibt, erlebt sehr viel eher als in Lárnaka oder Limassol ein unverfälschtes Zypern.
Auch nach dem EU-Beitritt Südzyperns bleibt Nicosia (196 000 Ew.) die letzte geteilte Hauptstadt der Welt. Die Green Line genannte Demarkationslinie, die Zypern teilt, besteht noch. Trotzdem herrscht Bewegungsfreiheit in der Stadt. Der Übergang zwischen Nord und Süd ist zwar nur an bestimmten Checkpoints möglich, dafür darf man als Tourist jetzt im Norden übernachten, auch wenn man über Südzypern eingereist ist.
Den historischen Kern Nicosias bildet die von einem 5 km langen Mauerring umgebene Altstadt. Mit ihren Kirchen und Moscheen, Karawansereien, alten Wohnhäusern, Bazaren und Einkaufsstraßen ist sie das touristische Herz der Stadt.
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