Erwacht aus dem Dornröschenschlaf
In Nordzypern hinkte die touristische Entwicklung 30 Jahre lang weit hinter der im Süden her. Jetzt gibt es dort viel zu entdecken Der Nordteil der Insel ist mindestens so schön wie der Süden. Aber zwischen Juli 1974 und Mai 2004 konnte man ihn von Südzypern aus bestenfalls auf kurzen Tagesausflügen auf eigene Faust erkunden. Dort zu übernachten, war von griechisch-zypriotischer Seite aus verboten. Wer einen Urlaub in Nordzypern verbringen wollte, musste eine umständliche Anreise mit Zwischenlandung in der Türkei auf sich nehmen, die mindestens sieben bis zehn Stunden dauerte. Das hat sich durch den EU-Beitritt Südzyperns im Mai 2004 grundlegend geändert. Jetzt darf jeder überall auf Zypern seine Ferien verbringen. Noch aber verlangen die griechischen Zyprioten, dass man über Südzypern einreist - also über die Flughäfen von Lárnaka und Páfos oder den Hafen von Limassol.Nordzyperns Landschaft wird vom Kerýneia-Gebirge geprägt, das sich bis über 1000 m hoch an der Nordküste entlangzieht und weit gehend alpinen Charakter mit schroffen Felshängen und bizarren Spitzen und Gipfelknollen hat. Auf der Karpass-Halbinsel geht es in sanfte Hügellandschaft über, in die viele kleine, grüne Täler eingebettet sind. Im äußersten Westen hat Nordzypern auch noch Anteil an den Ausläufern des Tróodos-Gebirges - und die weite Mesaória-Ebene im Inselzentrum gehört fast zur Hälfte zum Norden.Neben Nordnicosia sind Kerýneia und Famagusta die einzigen Städte Nordzyperns. Sonst ist der Nordteil der Insel überwiegend ländlich geprägt. Allerdings wird seit 2004 sehr viel gebaut. Riesige Urbanisationen, oft von erschreckender Eintönigkeit, erstrecken sich schon von Lapta bis Esentepe entlang der Nordküste und greifen von Famagusta bis über Bogaz hinaus an der Ostküste um sich. In diesen Abschnitten stehen auch fast alle Ferienhotels Nordzyperns. Ursprünglich geblieben ist hingegen die Karpass-Halbinsel. Dort gibt es nur einige wenige einfache Hotels.



