Auch wenn sie politisch zum Staat New York gehört und geografisch nicht ganz zu Neuengland passt - die »Lange Insel«, die wie ein schmaler Finger von Manhattan aus nach Nordosten zeigt, hat viel mit ihren Festlandsnachbarn in Neuengland gemein. Das beginnt bereits mit der Vergangenheit in Fischerei und Walfang und reicht über den Sinn für Traditionspflege und Dorfgemütlichkeit bis hin zur artverwandten Architektur und einem beträchtlichen Aufgebot an Kultur. Long Islands Hauptattraktion allerdings sind lange und erstaunlich leere Strände mit sachter Atlantikbrandung.
Das Image von reichen Bewohnern mit prächtigen Holzhäusern, gepflegten Gärten und exklusiven Clubs für Polo, Springreiten und Golf stellt sich ganz besonders am Ende der Südseite ein, an der South Fork zwischen Westhampton und Montauk. Seit 1870, als die Long Island Railroad die Insel als Naherholungsgebiet der New Yorker erschloss, hält sich ihre Faszination - eine liebenswürdige Abwechslung zum Trubel und Getöse in der City.
Die Strände sind öffentlich, Autofahrer müssen jedoch hohe Parkgebühren zahlen. Das ist ein Grund, weshalb sich das Fahrrad auf Long Island als ideales Verkehrsmittel etabliert hat. Der andere: Man sieht im Radeltempo mehr von den schönen alten Häusern und gepflegten Gärten. Überhaupt sollte man sich stets so strandnah wie möglich halten. Der Verkehr im Inselinneren ist haarsträubend.
Reiche New Yorker setzten gegen Ende des 19. Jhs. die ersten Holzpaläste mit ihren grauen Schindeln und weißen Säulen, Bögen und Türmen in die Dünenlandschaft. Man spielte Krocket, trank Eistee und genoss im weißen Korbsessel auf der Veranda die Meeresluft. Wenn New Yorker heute von Long Island sprechen, meinen sie die Hamptons. Und eine ganz bestimmte gesellschaftliche Schicht, die Geld und Geschmack, Glamour und Understatement kennzeichnet.
Von Ende Mai bis Anfang September sind die Hauptzufahrtsstraßen besonders stark befahren, liegen die Übernachtungspreise 40 Prozent über normal und verlangen die meisten Inns einen Mindestaufenthalt von zwei, wenn nicht drei Tagen. Die beste Alternative ist der Besuch nach dem Ansturm. Der Herbst auf Long Island ist geprägt von Kartoffelfeuern, Nebelschwaden und kühlen Nächten.
Auskunft: Long Island Convention & Visitors Bureau, 330 Motor Parkway, Suite 203, Hauppauge, Tel. 631-951-39 00, Fax 951-34 39, http://www.licvb.com...
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