Kerta Gosa: Beeindruckende Deckenfresken in der Gerichtshalle aus dem 18. Jh.
Mitten in Klungkung (20000 Einwohner, etwa 14 km von Padang Bai entfernt) steht im Taman Gili („Garten mit Inselchen“) die alte Gerichtshalle Kerta Gosa: Jahrhundertelang herrschte hier der Oberste Gerichtshof Balis. Ende des 15. Jahrhunderts, als das javanische Majapahit-Reich von Moslems erobert wurde, floh der Sohn des letzten Fürsten mit einem Teil des Hofstaates nach Bali und ließ sich 5 km südlich von Klungkung in Gegel nieder. Er ernannte sich zum König von Bali und gab sich den Titel Dewa Agung. Die Gelgel-Dynastie blieb auch bedeutend, als sie 1710 ihren Sitz nach Klungkung verlegte. Fast 200 Jahre residierte hier der ranghöchste König, bis die Holländer 1908 das aufständische Reich eroberten und die Fürstenfamilie den Freitod im Kampf suchte (Puputan). Gegenüber der Gerichtshalle erhebt sich ein riesiges Monument, das an den Puputan des Königs und seines Gefolges erinnert.
Im Taman Gili lag einst auch der Palast Puri Semara Pura, bevor ihn die holländischen Kanonen beim Angriff von 1908 zerstörten. Lediglich das Tor sowie die beiden Pavillons der Kerta Gosa und des Bale Kembang - im 18. Jh. erbaut - sind noch übrig. Auf einem Steinpodest steht die offene Gerichtshalle. Beeindruckend sind die Deckenfresken im Wayang-Stil: Im unteren Teil sind die Strafen der Hölle zu sehen, im oberen die himmlischen Freuden. Hier urteilten Brahmana-Priester über Fälle, die die Banjar-Versammlungen in den Dörfern nicht allein regeln konnten. Der Bale Kembang, ein Pavillon mitten im Lotosteich, war als Refugium erbaut worden. Auch er hat wundervolle Deckenmalereien. Den Wayang-Stil beherrschen bis dato die Maler im 2 km entfernten Dorf Kamasan.
Heute ist Klungkung ein lebhafter Marktflecken am Fuße des Gunung Agung.











