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Foto von wuestenfuchs_ar
Lombok sei wie Bali, aber ohne Touristen, wird immer wieder behauptet. Aber das wäre zu einfach: Lombok ist stiller und ursprünglicher als Bali. Auf den Straßen sieht man noch die Cidomos, einspännige Pferdewagen. Alles scheint hier langsamer zu gehen. Lombok - der Name bedeutet »Chili-Pfeffer« - ist von seiner Nachbarinsel Bali durch eine 35 km breite und sehr tiefe Meerenge getrennt. Die Hälfte der Insel wird von dem gewaltigen Vulkan Gunung Rinjani (3726m) beherrscht. Im Westen und Süden reihen sich weiße Strände wie Perlen aneinander. Wer tropisches Badevergnügen und das Abenteuer des Bergsteigens sucht, hat seine Trauminsel gefunden.
Die wenigen Tempel auf Lombok sind sparsamer und karger ausgestattet als auf Bali. Sie liegen im Westen der Insel, wo sich fast alle Sehenswürdigkeiten befinden. Ein besonderes Ziel sind die drei Koralleninseln vor Lomboks Westküste: Gili Air, Gili Meno und Gili Terawangan, tropische Paradiese zum Baden, Schnorcheln, Surfen und Tauchen. Der Tourismus auf Lombok konzentriert sich bis jetzt auf wenige Orte, allen voran die Senggigi-Bucht. Doch auch die Gilis ziehen viele Besucher an, und der Süden mit Kuta entwickelt sich zum neuen Ferienzentrum.
Die drei zusammengewachsenen Städte Ampenan, Mataram und Cakranegara bilden das quirlige Zentrum Lomboks. Über etwa 8 km erstrecken sich die Orte an einer von der Westküste landeinwärts ziehenden Straße. Fast 250 000 Menschen leben in Lomboks »Metropole«, rund 10 Prozent der Inselbewohner. Die Mehrheit der fast 2,5 Mio. Einwohner Lomboks, die Sasaks, sind Moslems. Sie leben zum überwiegenden Teil in Dörfern. Etwa 30 Prozent der Sasaks hängen dem Wetu-Telu-Glauben an, einer islamischen Religion, die ihre Wurzeln im Animismus hat. Nur schätzungsweise 10 Prozent der Bewohner Lomboks sind heute noch Hindus.
Im 14. Jh. gehörte Lombok zum hindu-javanischen Majapahit-Reich. In der ersten Hälfte des 16. Jhs. hielt der Islam Einzug auf der Insel. Seither war sie ein Streitobjekt zwischen dem balinesischen Karangasem-Reich und den Fürsten von Makassar (heute: Ujung Pandang) auf Sulawesi. 1740 kam der Westen unter den Einfluss des Karangasem-Reiches, balinesische Kultur wirkte auf diesen Teil der Insel ein, während der Osten unter islamischen Einfluss geriet. 1849 gelang es den Karangasem-Fürsten, die ganze Insel in ihren Machtbereich zu bringen. Dem wurde aber mit der Eroberung der Insel durch die Holländer 1894 ein Ende bereitet. Die Sasaks unterstützten die Holländer, um sich von den Balinesen zu befreien. Mataram, das unter der balinesischen Herrschaft zu einer blühenden Stadt geworden war, wurde bis auf den Grund niedergebrannt.
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