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Le Grand Sud, der Große Süden, umfasst die Region südlich des Hohen Atlas. Er zieht sich vom Atlantik bis nach Algerien und grenzt im Süden an die Westsahara. Es ist das Land der Beduinen, der Hirten und Oasenbauern. Hier beginnt die Wüste, die bis in den Senegal hineinreicht. »Vielleicht hat Gott die Wüste nur erschaffen, damit sich der Mensch an den Oasen erfreut«, so zumindest sagt es eine Weisheit der marokkanischen Wüstenbewohner. Und tatsächlich: Leuchtend grün heben sie sich von dem Braun und Ocker der Landschaften, die sie umgeben, ab. Daneben stehen herrschaftliche Lehmburgen, so genannte Kasbahs, und Lehmdörfer, auf Arabisch Ksur. Das Land ist geschichtsträchtig. Hier verliefen einst die großen Handelsrouten, hier waren riesige Warenumschlagsplätze, von denen heute kaum noch etwas zu sehen ist. Sijilmassa, die sagenumwobene Hauptstadt, zu ihrer Blütezeit im 10./11. Jh. so prächtig wie Fès oder Marrakech, ist untergegangen: Rissani, das auf dessen Ruinen erbaut wurde, ist ein verschlafener Ort, und der Geist der großen Zeit ist dahin. Und mit ihm die großen Kriege - um Wasser, Kontrolle der Karawanenwege und Gold. Heute ist das Land befriedet. Der einzige Kampf, der hier noch stattfindet, ist der gegen die Naturgewalten. Versandungen bedrohen die Oasen, die man durch Zäune zu schützen sucht, aber nicht immer mit Erfolg. Für Touristen ist der Große Süden vor allem wegen der vielen Oasen, der so genannten Straße der Kasbahs, und der herrlichen Gebirgs- und Wüstenlandschaft von Interesse. Hier kann man ohne Probleme ganze Monate verbringen - und wird sich bei der heimischen, meist berberischen Bevölkerung immer wie zu Hause fühlen: Willkommen!
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