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Asklípion

Kos - Asclépéion

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Asklípion

von Marcopolo

Heiligtümer für Asklípios, den griechischen Gott der Heilkunst, gab es in der Antike überall in Groß-Griechenland. Die bedeutendsten standen außer auf Kos in Epidauros auf dem Peloponnes, in Athen am Akropolis-Felsen und im kleinasiatischen Pergamon. Ihre Gesamtzahl wird auf über 300 geschätzt. Die Tempel und Altäre des Gottes waren ja so etwas wie Notarztstationen, die man aufsuchte, wenn man dringend Hilfe brauchte oder Heilung von langwierigen Krankheiten suchte. Das Heiligtum auf Kos ist eines der schönsten überhaupt.

Asklípios galt als ein Sohn des Lichtgotts Apoll und einer Sterblichen namens Korónis. Diese Frau wurde Apoll schon während ihrer Schwangerschaft untreu. Apoll tötete sie umgehend mit einem Pfeil, rettete aber das ungeborene Kind aus ihrem Leib und übergab es dem Kentauren Chíron zur Erziehung. Bei diesem Wesen, halb pferde- und halb menschengestaltig, erlernte Asklípios die Heilkunst. Später zog er durch die Lande und verbreitete sein Wissen. Als er aber gar einen Toten zum Leben erweckte, erregte er den Zorn von Göttervater Zeus, der ihn durch einen Blitzschlag tötete. In den Götterhimmel versetzt, wirkte er dennoch weiter.

Ursprungsort des Asklípios-Kultes war die Stadt Trikka, das heutige Tríkala nahe den Meteora-Klöstern in Thessalien. Zu seiner Verbreitung trugen auch die Asklipiaden bei, ein Bund von Ärzten, der die Heilkunst vom Vater an den Sohn weiter gab. Zu den Asklipiaden gehörte auch der Vater des Hippokrates, des berühmten koischen Arztes.

Zu Lebzeiten des Hippokrates (460-377 v. Chr.) gab es das Asklípios-Heiligtum in der heutigen Gestalt aber noch nicht. Wahrscheinlich standen an seiner Stelle damals nur ein kleiner Apollo-Tempel und ein Altar für Asklípios. Erst Ende des 4. Jhs. v. Chr. wurde das Heiligtum erweitert. Die in etwa jetzt erkennbare Form erhielt es dann in der Zeit zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 2. Jh. n. Chr. Was der Besucher zurzeit sieht, gibt also im Wesentlichen den späthellenistischen und römischen Bauzustand wieder.

Als eine Art Kurort blieb das Asklípion auch nach dem Verbot aller heidnischen Kulte durch Kaiser Theodosius im Jahr 391 in Betrieb. Ein schweres Erdbeben zerstörte es dann aber 554.

In den folgenden Jahrhunderten diente das Heiligtum vor allem als Steinbruch. Die Johanniterritter nutzten seine Steinquader als Baumaterial für das Hafenkastell und ihre Wohnhäuser in der Inselhauptstadt; die Türken bedienten sich ihrer für die Moscheen. 1902 wurden die Überreste des Asklípions von dem deutschen Archäologen Rudolf Herzog mit Hilfe eines Einheimischen wieder entdeckt. Rudolf Herzog führte bis 1905 erste Ausgrabungen durch. Italienische Archäologen setzten sie dann in den 1930er-Jahren fort und sorgten für die aktuellen anschaulichen Teilrekonstruktionen. Di-So 8.30-15 Uhr, im Hochsommer eventuell länger (in der Touristinfo erfragen), Eintritt 4 Euro

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