Von den sechs Hauptinseln des Archipels ist Lanai mit seinen nur 27 km Länge und 21 km Breite das kleinste Eiland. Abseits der Touristenströme gelegen, mit felsigen, trockenen Küsten, langen einsamen Stränden und grünen Hügeln, über denen wie Scherenschnitte lange Reihen von Norfolkkiefern stehen. Der zerklüftete einzige Bergzug der Insel gipfelt im 1027 m hohen Mt. Lanaihale. Darunter dehnt sich der flache Palawai Crater, Überrest eines mächtigen Schildvulkans, der die Insel vor 2 Mio. Jahren schuf. Weiße Missionare, Mormonen und Chinesen, führten bereits 1802 den Zuckerrohranbau ein. 1922 kaufte der Ananaskönig Jim Dole die gesamte Insel für 1,1 Mio. Dollar und verwandelte sie in die größte Ananasplantage der Welt. Siebzig Jahre lang wurde ein Fünftel aller Ananas weltweit von der Dole Pineapple Company auf Lanai angebaut. Doch das hat sich seit 1992 gründlich geändert. Wegen hoher Lohnkosten und billigeren Früchten aus Asien wurde die Produktion unrentabel, und Castle & Cook, die Holdinggesellschaft, der die Insel heute zu 98 Prozent gehört, beschloss umzurüsten - auf Rinderzucht, Farmwirtschaft und vor allem auf exklusiven Tourismus. Die nur 3200 Bewohner Lanais, überwiegend Philippiner und Japaner, schulten nun auf das Hotelgewerbe um.
Das nur wenig erschlossene Lanai (es gibt ganze 50 km Teerstraßen) ist das Ziel betuchter Golfer, aber auch von Naturfreunden, die auf Jeeptrails und Wanderwegen wie dem Munro Trail das interessante Hinterland erkunden möchten. Dort warten alte hawaiische Ruinen, einsame Felsküsten und - eine noch wenig veränderte hawaiische Flora und Fauna. Einen Tagesausflug nach Lanai können Sie auch von Lahaina (Maui) aus per Fähre oder Tourboot unternehmen.
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