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Foto von ennozz
Wenngleich die Nachrichten davon berichten, dass man per Computer »echte« Diamanten aus Kohlenstaub pressen kann - den Zauber wirklicher Diamanten wird man damit nicht schmälern können. Marilyn Monroe sang ihr Loblied auf die wertvollen Steinchen, und stilbewusste Damen und Herren fallen bis heute mit Vorliebe in den Kanon ein. Wussten Sie, dass ein Großteil der schimmernden Schmuckstücke aus dem unwirtlichen Süden Namibias stammt? Von dort, wo es heiß und menschenleer ist, die Landschaft schroff und abweisend und der Wind vom Meer ohne Unterlass stürmt.
Dort, inmitten der nackten, sturmumtosten Felsen, nistet ein biederes kleines Städtchen, Lüderitz. Abgeschnitten vom Rest Namibias, dem Meer zugewandt und von der »Verbotenen Zone« umgeben, der Diamond Area 1. Adolf Lüderitz, der Namensgeber des bis in die heutige Zeit treudeutschen Orts, war einer der ersten Europäer, die sich auf das Wagnis der kontrastreichen Landschaft einließen. 1883 landete der Bremer Kaufmann in der Bucht von Angra Pequena, der heutigen Lüderitzbucht. Er und sein Kompagnon Vogelsang handelten dem Nama-Häuptling Fredericks einen 150 km breiten Landstreifen vom Oranje bis zum 26. Breitengrad ab - für 150 Pfund in Gold und 200 Gewehre samt Zubehör. Ein Schnäppchen, an dem sich der Kaufmann nicht lange erfreuen konnte: 1886 ertrank er bei einer Schiffsreise von Oranjemund zur Lüderitzbucht.
1908, während des Baus der Bahn, die das 330 km entfernte Keetmanshoop im Hinterland mit dem derangierten Küstenstreifen verbinden sollte, erlebte die Region einen unerwarteten Aufschwung. Denn noch bevor die Schmalspurbahn eingeweiht werden konnte, entdeckte der Bahnmeister den ersten Diamanten und sicherte sich sofort einen Claim von 75 km². Daraufhin brach ein Diamantenrausch aus, Desperados aus aller Welt fielen in Heerscharen in der Wüste ein. Doch bald war eine Aktiengesellschaft gegründet, und fortan wurde die Diamantensuche industriell betrieben.
Steil erhebt sich das Land aus dem Meer. Granit und Schiefer, nur an wenigen Stellen sandbedeckt, prägen das Landschaftsbild der wild zerklüfteten Küste. Der sich anschließende Landstreifen besteht aus den Linien der Treibsanddünen. 50 km vom Atlantik entfernt liegt das Land schon 700 m über dem Meeresspiegel. Dort beginnt die öde Stein- und Geröllwüste, die an der Randstufe des 1500 m hohen, zentralen Hochplateaus in Grassteppe übergeht.
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