Burgen, Felsen, Urstromtal. Die Gauja, Lettlands schönster Fluss, muss in Vidzeme durch einen tiefen Stein
Die große Provinz nördlich der Daugava wird vielen besser unter ihrem historischen Namen bekannt sein: Vidzeme ist das einstige Livland. Das freilich viel größer war und bis weit hinein nach Estland reichte. Beide Republiken teilten es bei ihrer Gründung 1918 untereinander auf, weil das heidnische Stammland nach sieben Jahrhunderten deutscher, polnischer, schwedischer und russischer Herrschaft ohnehin nicht mehr existierte. Einen Vidzemer erkennt jeder Lette gleich - am eigenartigen Dialekt, in dem das alte Livisch nachklingt. Vidzeme birgt die beliebteste Ausflugslandschaft Lettlands: das Tal der Gauja mit seinen roten Sandsteingrotten, den Burgen Sigulda, Turaida und Krimulda und dem Mittelalterstädtchen Cēsis. Auch Strände hat Livland zu bieten, hundert Kilometer Küsteneinsamkeit bis hoch an die estnische Grenze.

