Prachtvoll und erhaben wie ein Zarenpalast empfängt ein riesiges Barockschloss jeden Reisenden, der aus Richtung Rīga nach Jelgava kommt. Es ist das Wahrzeichen der viertgrößten Stadt Lettlands (64 000 Ew.) und Zeugnis einstiger Bedeutung. Im 17. und 18. Jh. stand Jelgava als Hauptstadt des Herzogtums Kurland, zu dem damals auch Zemgale gehörte, für Luxus und Macht. Schon lange vorher ragte anstelle des Schlosses auf der Insel am Zusammenfluss von Lielupe und Driksa die 1265 gegründete Burg jalgab des Livländischen Ordens auf, in deren Schutz sich eine Handwerkersiedlung zur vitalen Handelsstadt entwickelte. Von der alten Schönheit Jelgavas ist nicht viel übrig. Im Sommer 1944 verkrallte sich die Front wochenlang in der Stadt, die dabei in Schutt und Asche sank. Wie ein Mahner an diese Apokalypse ragt die Turmruine der Dreifaltigkeitskirche gegen-über der Schlossinsel auf.
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