Léfkas, neugriechisch oft Lefkáda genannt, ist als einzige der Ionischen Inseln durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie ist ein Beweis griechischer Improvisationskunst: Statt teuer neu zu bauen, hat man einfach ein exakt passendes Fährschiff umgebaut und quer in den schmalen Kanal gelegt, der Léfkas seit römischer Zeit zur Insel macht. Will ein Schiff passieren, dreht die »Brücke« bei.
Gleich hinter der originellen Brücke teilt sich an der Nordostspitze der Insel die Straße. Eine führt direkt über einen Damm, den die Briten einst anlegten, zur Inselhauptstadt Lefkáda, die andere umrundet die Lagune im Norden und passiert dabei einen kilometerlangen Sandstrand mit Dünen und idealen Bedingungen für Windsurfer.
Die Küstenorte liegen fast ausnahmslos an der Ostseite der Insel. In nahezu jedem hat man den Eindruck, am Ufer eines von Bergen und Hügeln umgebenen Sees zu stehen: Im Norden trennt Léfkas nur ein schmaler Sund von Akarnanien, weiter im Süden begrenzen nahe Halbinseln und Inselchen den Horizont, darunter auch Skórpios, die Privatinsel der Familie Onassis.
Der einzige nennenswerte Ort an den übrigen Küsten ist das schöne, an einer weiten Bucht im Südwesten gelegene Vassilikí. Zum Ionischen Meer hin wird die Bucht von der weit vorspringenden Halbinsel Lefkáta begrenzt, deren Ufer auf weiten Strecken als hohe, weiße Kreideküste ins Meer abfallen. Stellenweise sind ihr idyllische Sandbuchten wie Pórto Katsíki vorgelagert, anderswo kilometerlange, nur schwer zugängliche und daher kaum besuchte Strände.
Wer Ruhe sucht auf der 35 km langen und bis zu 15 km breiten Insel, findet sie in den Bergdörfern hoch über der Westküste und im Inselinneren. Hier sind auch schöne Wanderungen möglich. Bildungsreisenden hat Léfkas nur wenig zu bieten. Von der antiken Stadt, 640 v. Chr. von Korinth gegründet, ist kaum etwas erhalten. Auch aus venezianischer Zeit ließen die 24 Erdbeben, die Léfkas seit dem 15. Jh. erschütterten, kaum etwas stehen. Doch wer schöne Strände schätzt, wird sich auf der Insel wohl fühlen. Um sie alle zu erkunden, ist es am besten, sein eigenes Fahrzeug dabeizuhaben oder eins zu mieten.
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