An jedem 6. August, 8.15 Uhr, wenn die Glockenschläge verhallt sind, versenkt Hiroshimas Bürgermeister in jahrzehntelanger trauriger Tradition eine Pergamentrolle tief in die Erde.
Das Dokument verzeichnet, wer in den letzten 365 Tagen einen späten Strahlentod starb - noch immer sind es stets fast 5000 Menschen.
Hiroshima („Weite Insel“) steht heute aber auch für den Abbau von Lebensängsten. Die Stadt verharrt nicht mehr in grenzenloser Trauer. In der quirligen City mit ihren Einkaufspassagen und Restaurants erinnert nur wenig an das tragische Schicksal. Zudem wohnen hier heute mit 1,1 Mio. Menschen mehr als doppelt so viele wie vor dem Krieg. Nicht einmal mehr 80000 haben eigene Erinnerungen an jenen Morgen, den sie „greller Blitz“ nennen.
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