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Foto von vtayeh
Wieder ein Stück aus dem großen Kuchen, ein bisschen unregelmäßig geschnitten, etwa so: oben die beiden rechteckigen Dakotas, darunter die auch fast rechteckigen Staaten Nebraska und Kansas - »Go west, young man« und steck deinen Claim ab, die Grenzen größerer Einheiten werden mit dem Lineal auf dem Kartentisch in Washington gezogen -, südlich von Kansas das nicht mehr ganz so geradlinige Oklahoma, das an Texas grenzt, und Texas ist fast ein eigenes Land - war es in seiner Größe und Bedeutung auch einmal.
In den Prärien muss man sich auf Leere einstellen. Auf alten Karten wurden sie noch als Great American Desert bezeichnet. Die »Okies« in John Steinbecks Roman »Die Früchte des Zorns« zogen mit gutem Grund aus der dust bowl, der Staubschüssel. Viele folgten, und seit den 1930er-Jahren ist die Bevölkerungszahl der Plains ständig gesunken. Sogar die Züge von Amtrak fahren dort nachts durch. Zwei Drittel des amerikanischen Weizens wachsen in den immensen Ebenen, und noch etwas anderes gedieh in der Einsamkeit prächtig: die Atomrakete. Die meisten Silos für diese Massenvernichtungswaffen sind dort eingebuddelt. Wen wundert's, wenn sogar South Dakotas Mondlandschaften zu Recht badlands heißen, wenn der Mount Rushmore mit seinen Präsidentenköpfen der meistbesuchte Platz ist und wenn ein unberechenbares Wetter mit wirbelnden Tornados das einzige Drama produziert.
Texas ist gar nicht viel anders, nur heißer, an der Grenze zu Mexiko pittoresker und insgesamt unterirdisch gesegneter - mit Öl. Wer durch manche staubigen Prärien dort fährt, sieht auf Schritt und Tritt, womit George W. Bush früher sein Geld verdiente: die nickenden Köpfe der Pumpen, die wie übergroße, stählerne Bienen den Nektar aus dem Boden saugen. Dieser Nektar lässt sich indes trotz aller Aufs und Abs der Ölmärkte immer noch so schnell in Geld verwandeln, dass die Glas- und Stahltürme von Houston und Dallas und die Southfork-Ranches im gesamten Staat auf lange Zeit wichtige Machtzentren der USA bleiben werden.
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