Spaziergänge unter Wasser und Stadtbummel. Kein Teil der Insel ist besser auf Urlauber eingestellt als der Norden. Hier findet man sogar Nachtleben
Der Norden, auf den Wegweisern der Autobahn tatsächlich »The North« genannt, beginnt dort, wo die Vororte von Port Louis enden. Bereits ein flüchtiger Blick auf die Karte lässt erkennen, dass die Region flach und vergleichsweise spärlich besiedelt ist. Selbst Städte wie Triolet, Goodlands und Pamplemousses bestehen nur aus einer Hauptstraße mit Geschäften sowie einer Handvoll kleiner Häuser in den Seitengassen. Der Rest dieser Landschaft ist mit Zuckerrohr bepflanzt. Wie mit dem Lineal gezogen führen die Landstraßen und Feldwege zwischen den Pflanzungen hindurch. Wer hier zwischen März und September unterwegs ist, fährt kilometerweit durch grüne Stängel und Blätter.
Der Norden ist das touristisch am besten erschlossene Gebiet, denn die Strände und Buchten sind hier besonders schön, die Sonne scheint den ganzen Nachmittag vom Meer her, und der Sonnenuntergang über dem Ozean ist nirgendwo besser zu sehen. Die Entscheidung, den Fremdenverkehr gerade hier auszuweiten, dürfte aber vor allem mit dem Wetter zu tun gehabt haben, denn dieser Teil der Insel ist besonders niederschlagsarm. Die Wolken aus Osten und Südosten regnen bereits über dem Hochland ab; und die Wolken aus Nordwesten ziehen ungehindert über das flache Land. So müssen hier die Zuckerrohrfelder sogar aufwändig bewässert werden.
Zentrum des Tourismus ist die Ortschaft Grand Baie, die an einer türkisfarbenen Bucht liegt. Yachten und Fischerboote dümpeln in dem großen natürlichen Hafenbecken. An der Hauptstraße liegt ein Lokal neben dem anderen, in Stichstraßen sind um kleine Plätze Boutiquen und Andenkenläden gruppiert. In den letzten Jahren wurden mehrere Einkaufszentren gebaut, darunter die bis ans Ufer reichende Einkaufszone Sunset Boulevard mit schönen Cafés und eleganten Boutiquen. In ähnlichem Stil werden jetzt weitere Teile der Ortschaft umgestaltet, um sie für Touristen noch attraktiver zu machen.

