Altertümlichen, patriarchalischen Charme und gediegenes Geistesleben atmet diese Universitätsstadt (347 000 Ew.) nahe der östlichen Landesgrenze. Die Uhren ticken hier langsam, Hektik ist unbekannt. Die Menschen sprechen einen schleppenden Singsang, der in anderen Landesteilen belächelt wird. Die wichtigsten Dichter und Denker, die im 19. Jh. Rumäniens Literatur erneuerten, hatten hier ihre Debattierklubs, darunter auch Nationaldichter Mihai Eminescu. Iaşi war auch ein bedeutendes Zentrum jüdischer Kultur mit 108 Bet-häusern, dem die Nationalsozialisten ein Ende machten. 1941 war Iaşi Schauplatz des schlimmsten Pogroms Rumäniens: Deutsche und rumänische Soldaten trieben Tausende Juden im Hof der Polizeipräfektur zusammen und schossen in die Menge. Heute gehören zum geistigen und geografischen Zentrum das Studentenviertel am Copou-Hügel und die vielen Kirchen. Die Stadt hat trotz studentischer Bevölkerung kein besonderes Kneipenleben. Man geht abends eher in eines der urigen Restaurants.
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