In der Frauen- oder Mariengasse, die vom Frauentor zur Marienkirche führt, schwebt ein Hauch Altdanzig. Die Kaufmannshäuser sind von terrassenartig erhöhten Vorbauten gesäumt - den berühmten Beischlägen. Entstanden ab dem 16. Jh. als Eingänge der zur Straße erweiterten Speicherkeller und ursprünglich auch als Schutz vor Überschwemmungen, wurden die Beischläge nach und nach zu Statussymbolen der reichen Patrizier. Die Vorbauten wuchsen zu prachtvoll ausgeschmückten Veranden, auf denen man Geschäfte besprach, im Sommer mit der Familie speiste und dabei dem geschäftigen Treiben auf der Straße zusah. Ein Danziger Aushängeschild sind die Beischläge bis heute geblieben. Ihre Keller bergen Kunsthandwerksläden, Galerien und die schönsten, aber auch teuersten Bernsteinwerkstätten der Stadt.
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