Einsamkeit für Erholung Suchende. Lange Strände, dunkle Wälder und klare Seen: weitgehend intakte Natur im Norden Polens.
Polens Nordgrenze bildet die Ostsee - von Świnoujście (Swinemünde) auf der Insel Usedom, die noch zur Hälfte in Deutschland liegt, bis zur Frischen Nehrung, deren nördliche Hälfte bereits zu Russland gehört. Über 524 km zieht sich ein feiner, weißer Sandstrand hin, der flach ins Wasser gleitet und nur manchmal von Steilhängen unterbrochen wird, die mehr als 100 m über den Meeresspiegel ragen. Gleich hinter der Küste beginnen die sanften Moränenhügel aus der letzten Eiszeit, zwischen denen sich von Stettin im Westen bis Suwałki im Osten Tausende von Seen hinziehen.Die Geschichte dieses Landstreifens ist schwierig und wechselvoll. Die Provinz Posen und große Teile von Westpreußen mit den Städten Bromberg und Thorn fielen bereits 1918 an den polnischen Staat, 1945 folgten Pommern (mit Stettin), der Rest Westpreußens einschließlich Danzig und das südliche Ostpreußen (mit Allenstein). Mit dem Verlust dieser Territorien, so hieß es, bezahle Deutschland für die Verbrechen des NS-Regimes.Die für dieses Gebiet so charakteristischen Backsteinbauten, die der Deutsche Orden vom 13. bis zum 15. Jh. errichten ließ, weckten bei den Polen lange negative Assoziationen. Seit einigen Jahren wird das deutsche Erbe jedoch immer stärker in die eigene Geschichte integriert. Besondere Verdienste dabei hat sich die Gesellschaft Borussia erworben (Olsztyn, ul. Wyzwolenia 2, Tel. 089/534 00 26).


