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Foto von parentesis
Der Rundgang durch die Tempelanlage sollte möglichst früh beginnen, weil es im feuchtheißen Palenque mittags sehr schwül wird. Regenhaut und Insektenschutzmittel gehören im Sommer zur Besichtigung dazu. Zu dem berühmten Tempel der Inschriften (Templo de las Inscripciones), 21 m hoch, führt eine steile Treppenanlage über acht Plattformen, ein bequemer Aufgang verläuft an der Rückseite. Fünf Eingänge zieren den Tempel, an dessen mittlerer Wand insgesamt 617 Hieroglyphen prangen. Diese gaben dem äußerst eindrucksvollen Gebäude seinen Namen. Offenbar hatte das Bauwerk auch die Funktion eines Grabmonumentes. Ein 1949 entdeckter Schacht führte den mexikanischen Archäologen Alberto Ruz Lhuillier durch das Innere der Pyramide zu einer unter der Erdoberfläche gelegenen Krypta (nur zu bestimmten, wechselnden Zeiten). In einem steinernen Sarkophag lag der Priesterherrscher Pacal (615-683 n. Chr.) begraben. Heute kann man die restaurierte und gut beleuchtete Treppe hinuntersteigen und sich die berühmte dekorierte Abdeckplatte aus Stein ansehen. Wer sich in solcher Tiefe nicht wohl fühlt, sollte die Replik im Anthropologischen Museum in Mexiko-Stadt aufsuchen. Ein wundervoller Blick ergibt sich vom Eingangsbereich des Tempels auf den gegenüberliegenden Großen Palast (El Palacio). Dieser ist der größte Gebäudekomplex der Anlage. Auf einer über 100 m langen Plattform gruppieren sich zahlreiche Bauten um vier Innenhöfe. Ein über 15 m hoher Turm (Observatorium) kann von Schwindelfreien (da nur über einen schmalen und hoch gelegenen Sims zu erreichen) erklommen werden. Im gesamten Palastbereich, der auch Wohn- und Baderäume umfasst, sind Reste von Stuckdekorationen und Farbbemalungen zu erkennen. Hinter dem Palast stößt man auf den unterirdischen Aquädukt der Maya, mit dem der Otulum kanalisiert worden war. Jenseits des Flusses liegen auf Hügeln drei zauberhafte Bauten. Der Tempel der Sonne (Templo del Sol) verfügt über einen sehr gut erhaltenen Dachkamm (crestería). Seinen Namen erhielt das 692 errichtete Gebäude von einem Sonnenrelief, das die Rückwand des Tempels ziert. Kehrt man auf das andere Ufer des Flusses zurück, dann findet man auf dem weiteren Weg durch die Zeremonialstätte die Nordtempel, fünf Gebäude auf einer Plattform und in einer Reihe. Davor liegt ein spektakulärer Bau, der Tempel des Grafen (Templo del Conde), so benannt nach dem österreichischen Mayaforscher Graf Friedrich von Waldeck, der mehrere Jahre mit seiner Gefährtin auf dem Dach des gut erhaltenen Bauwerks campierte. Nachdem man 1994 unter dem Tempel XIII (westlich neben der Pyramide der Inschriften) einen weiteren Sarkophag aus dem Jahr 700 mit dem Skelett einer (vermutlich weiblichen) Person mit einer Jademosaikmaske und Edelsteinschmuck entdeckte (La Reina Roja), werden die Ausgrabungen verstärkt fortgesetzt. Man vermutet jetzt, dass der zentrale Platz von Palenque die Nekropole der Herrscher gewesen sein könnte. Tgl. 8-18 Uhr
Ruinas de Palenque Reiseführer von Marcopolo Ist dieser Text veraltet?
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