Die Bodrum-Halbinsel ragt am südwestlichen Zipfel der Ägäisküste weit ins Meer. Früher eine stille Oase, ist Bodrum (im Winter 50000 Ew., im Sommer über 200000), heute eine quirlige, dynamische Stadt, die nie schläft.
Vorbei sind die Zeiten, als sie ein Geheimtipp für metropolenmüde Künstler und Intellektuelle war. Ab Ende Mai fließt der Touristenstrom, die Preise schnellen in die Höhe, die engen Gassen der Stadt werden schier unpassierbar, und aus jeder Ecke tönt eine andere Musik. Auf der großen Bodrum-Halbinsel mit ihren vielen Buchten gibt es kaum unverbaute Plätze. Trotzdem hat Bodrum mit seiner abendlich angestrahlten Burg und seinen engen, quirligen Gassen einen ganz besonderen Charme.
Der griechische Historiker Herodot (484-425 v. Chr.) berichtet, dass die Stadt 1000 v. Chr. von den Dorern dort, wo heute die Burg steht, gegründet wurde. Damals hieß der Ort Halikarnassos. Er erlebte seine Glanzzeit im 4. Jh. v. Chr., als König Mausolos ihn zur Hauptstadt seines karischen Reiches machte. Das Mausoleum, einst eines der sieben Weltwunder, wurde bei einem Erdbeben zerstört.
Bodrum wurde im 13. Jh. von den Türken eingenommen und im 16. Jh. ins Osmanische Reich eingegliedert. Da die antiken Reste gänzlich unter der heutigen Siedlung liegen, hatten hier Archäologen kein Glück: Außer einem Theater auf dem Hügel an der Landstraße und Teilen der Stadtmauern am Myndos-Tor auf dem Weg nach Gümbet wurde nichts ausgegraben. Das schönste Baudenkmal vor Ort ist die Johanniterburg.
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