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Der zweifellos entzückendste Teil Prags hieß im 13. Jh. zunächst »Neustadt unter der Burg«, dann »Kleinere Prager Stadt«, woraus später »Kleinseite« wurde. 27 Jahre nach der Altstadt wurde das fast 7 ha große Tal zwischen der Moldau und ihren Hügeln Hradschin und Petřín (Laurenziberg) zur Stadt, als König Přemysl Otakar II. ihr als zweitem Prager Viertel 1257 das Recht dazu erteilte. Im 16. Jh. motivierte die Nähe zum Machtzentrum - der Burg - den Adel zu einem Bauboom. Durch steten Handel mit dem königlichen Hof mehrten die Bürger ihr Vermögen, und es entstanden wuchtige Palais im Renaissance- und Barockstil. Meilensteine des Aufschwungs sind die St.-Niklas-Kirche und die Häuser der Dynastien Waldstein, Nostitz und Thun-Hohenstein. Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 übernahmen ausländische Vertretungen einen Großteil der verwaisten Adelsresidenzen. Hinter einigen klassizistischen Fassaden und in zahlreichen Kellergewölben sind seit 1989 jene Weinstuben, Bierkneipen und Restaurants entstanden, für die die Kleinseite heute bekannt ist. Wer es ruhiger liebt, findet in den Gärten entlang der Letenská-Straße Entspannung. Äußerst beliebt ist auch die Halbinsel Kampa mit ihren romantischen Wiesen am Teufelsbach (Čertovka). Metro: Malostranská (A)
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