Viele Reisende lassen auf ihrer Fahrt von Prag nach Breslau das stattliche Königgrätz (95 000 Ew.) am Zusammenfluss von Labe (Elbe) und Orlice (Adler) links liegen und versäumen so die Residenzstadt der böhmischen Königsgattinnen. Seinerzeit konnten sich die edlen frouwen nicht über einen Mangel an gesellschaftlichem Leben hinter den damals noch intakten Mauern der Altstadt beklagen. Das fröhliche Treiben auf dem dreieckigen Marktplatz zeugt noch heute davon, dass die Königgrätzer keine Kinder von Traurigkeit sind. Während die imposanten Häuser der Altstadt den Reichtum der mittelalterlichen Stadt demonstrieren, bezeugt die Anfang des 20. Jhs. westlich der Elbe großzügig angelegte Neustadt, in der sich Josef Gocár und Jan Kotěra, die Stararchitekten der Ersten Republik, verwirklichen durften, den beachtlichen Wohlstand des modernen Hradec Králové. In den 30er-Jahren des 20. Jhs. wurde dieses Meisterwerk des modernen Städtebaus auch als »Salon der Republik« bezeichnet.
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