Tief im Osten geht die Sonne auf. Ein städtisches Kronjuwel und eine Menge ungeschliffene Diamanten.
Dem Umstand, dass in der Konkurrenz um die Hauptstadtwürde Mährens der alte Bischofssitz Olomouc 1641 gegen die südmährische Metropole Brünn unterlag, ist es zu verdanken, dass Olmütz, eine der schönsten Städte des Landes, im touristischen Dornröschenschlaf schlummert. Doch auch außerhalb dieses städtischen Kronjuwels sind Rohdiamanten zuhauf über die nordmährisch-schlesische Landkarte gestreut. Beispiel Ostrau: Als Industriekonglomerat verschrien, überrascht die drittgrößte tschechische Stadt mit einem attraktiven Kern, der alte Bausubstanz und Architektur der klassischen Moderne reizvoll verbindet. Beispiel Troppau: Trotz schwerer Kriegsschäden hat die Hauptstadt der schlesischen Region in Tschechien ihren rauen Charme gerettet. Beispiel Mährische Walachei: In Rožnov pod Radhoštěm gibt das 100 Jahre alte Museumsdorf einen lebendigen Eindruck vom bäuerlichen und städtischen Leben der Walachen, die sich ab dem 13. Jh. hier ansiedelten. Nordmährens Facetten reichen vom Großstadttreiben bis zur ländlichen Einsamkeit des Kuhländchens, dessen bunt gefleckte Rinder auf den Wiesen zwischen Altvatergebirge und mährisch-schlesischen Beskiden auf die Alm getrieben werden.

