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Bihar und Westbengalen, zwei der drei großen Oststaaten Indiens, gehören auch zu den am dichtesten besiedelten des Subkontinents (gemeinsam mit Kerala im tiefen Süden). Orissa dagegen, verlockend reich an Palmenhainen und Stränden, üppig geschmückten Tempeln und lebendigem Kunsthandwerk, ist für indische Verhältnisse eher wenig bevölkert. Kulturelle wie touristische Sonderfälle sind Sikkim und die Staaten bzw. Territorien des Nordostens: Assam, Meghalaya, Tripura, Mizoram, Manipur, Nagaland und Arunachal Pradesh.
Für Reisen in die Nordoststaaten, auch »Sieben Schwestern« genannt, waren bis vor kurzem Restricted Areas Permits (RAP) notwendig. Assam, Meghalaya und Tripura können ohne Formalitäten besucht werden. Über Guwahati, die Hauptstadt von Assam, und Shillong sind die Bus-, Bahn- und Flugverbindungen deutlich verbessert worden. Auch die großen Nationalparks wie das Kaziranga-Reservat in Assam mit seltenen Nashörnern und Elefantenherden können wieder besucht werden.
Ein extremer Kontrast zu der grünen Natur der Himalaya-Territorien ist die Megastadt Calcutta (Kolkata), das kulturelle Zentrum des Ostens. Der Moloch mit mehr als 11 Mio. Ew. gilt vielen als Inbegriff indischen Elends und Niedergangs. Zu Unrecht: Die Straßen sind heute sauberer als in mancher westlichen Metropole, es wird investiert, das U-Bahn-Netz wächst beständig. Calcutta, bis 1911 die Hauptstadt Britisch-Indiens, kann sich wieder sehen lassen.
Seit Bengalen 1947 geteilt wurde und der Osten erst ein Teil Pakistans, dann zum unabhängigen Bangladesch erklärt wurde, halten jedoch Spannungen und ein endloser Flüchtlingsstrom ins indische Westbengalen an.
Früheste Stätten indischer Geschichte und Mythologie liegen im Staat Bihar. Heute ist er in großen Teilen gesellschaftlich rückständig, geprägt von gewaltsamer Ausbeutung und Rechtsbeugung. In Bihar stand die Wiege des Buddhismus, später regierte Kaiser Ashoka, der vielleicht bedeutendste Herrscher der indischen Geschichte. Patna, die heutige Hauptstadt Bihars, war das antike Pataliputra, im 5. Jh. v. Chr. Herrschaftssitz des Reiches von Magadha.
262 v. Chr. trat der gewaltige Hindu-Kaiser Ashoka nach blutigen Schlachten gegen das Kalinga-Reich zum Buddhismus über und strebte Frieden an. Doch 800 Jahre später gewannen Hindu-Dynastien die Oberhand über die Buddhisten. Die der Kesari schuf eine Kultur, die sich bis ins 16. Jh. hielt, mit großartigen Tempeln. Und nur die Tempel überstanden den zerstörenden Sturm der Moguln im 16. Jh.
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