Kleinste Stadt Bulgariens zwischen Weinbergen und Ruinen
Die kleinste Stadt Bulgariens hatte 1880 noch 20 000 Ew., nur 1000 weniger, als Sofia damals zählte. Der zweite Balkankrieg im Jahr 1913 zerstörte sie fast vollständig und mit ihr ihre Handelswege. Heute leben hier 570 Menschen - hauptsächlich von Wein, Tabak und Tourismus. Es ist nicht nur die Einwohnerzahl, die dem zwischen Sandsteinpyramiden verborgenen Ort eine etwas unwirkliche Atmosphäre verleiht. Auf der einen Seite weisen die Ruinen, deren Zahl die der bewohnten Häuser bei weitem übersteigt, Besucher immer wieder auf den Verfall dieses Ortes hin. Auf der anderen Seite steigen aber inmitten der steilen Hänge der malerischen Sandsteinfelsen wie in einem Amphitheater einzigartige Denkmäler der älteren und neueren Baukunst auf, die wunderschöne Holzschnitzereien, Ikonen, Glas- und Wandmalereien beherbergen. Durch zackige Felsen winden sich von Gras und Wermut gesäumte Pfade, an deren Ende ein traumhafter Ausblick winkt, und dazwischen immer wieder das, was Melnik berühmt gemacht hat - die Rebstöcke, denen der schwere, dunkelrote Wein der Gegend zu danken ist.
Von den früher einmal mehr als 3600 architektonisch bedeutsamen Wohnhäusern sind nicht viel mehr als 100 Exemplare erhalten geblieben, darunter zahlreiche Prachtstücke. Besonders faszinierend sind die weiten Weinkeller, die unter den Felsen und den Häusern ausgehöhlt wurden, damit eine beständige Temperatur gewährleistet war.




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