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Auch viele Nichtbulgaren, die den Balkan bereist haben, halten die Kathedrale für den prächtigsten Bau des 20. Jhs. auf der Balkanhalbinsel. Sie wurde zu Ehren der im Russisch-Türkischen Krieg von 1877/1878 gefallenen Soldaten und zum Zeichen des Dankes für die dem Krieg folgende Ausgliederung Bulgariens aus dem Osmanischen Reich errichtet. Der russische Zar jener Zeit, Alexander II., wurde seitdem in Bulgarien als »Car Osvoboditel« (Befreierkönig) verehrt, wovon auch das unweit von der Kathedrale, unmittelbar gegenüber dem Gebäude der Nationalversammlung (Narodno Sâbranie) aufgestellte, 14 m hohe Reiterbild zeugt, das der italienische Bildhauer Arnoldo Zocchi schuf. Die Kirche wurde nach dem Schutzheiligen des Zaren, Alexander Nevski, einem Moskauer Großfürsten aus dem 13. Jh., benannt. Nach den Entwürfen des Petersburger Architekten A. N. Pomerancev wurde 1904 mit dem Bau begonnen, der mit kleineren Unterbrechungen bis 1913 währte. Erst elf Jahre danach, 1924, wurde die Kirche geweiht. Imposant ist der erste Eindruck, den die südliche Seitenansicht vom Bulevar Car Osvoboditel aus hervorruft. Da scheint der neobyzantinische, mit einigen russischen Elementen durchsetzte Kreuzkuppelbau seine gesamte Pracht mit einem Male präsentieren zu wollen. Vor allem fallen die beiden mit Blattgold überzogenen Kuppeln direkt ins Auge. Die bulgarische Regierung als Auftraggeber hatte zur Bedingung gemacht, dass die Kirche 5000 Menschen Platz biete. Im Innern sind es weniger herausragende Einzelstücke, die das Interesse auf sich ziehen, vielmehr fasziniert die Gesamtheit der Kunstwerke. Die bekanntesten russischen und bulgarischen Meister der Zeit um die Jahrhundertwende sind hier mit Wandmalereien, Ikonen und Mosaiken vertreten. Die Krypta beherbergt eine ständige Ausstellung von weit mehr als 200 Ikonen, Fresken und gedruckten Ikonenblättern bulgarischer Meister vornehmlich aus dem 18. und 19. Jh., doch sind auch Werke aus dem 12.-17. Jh. vertreten. Ein absoluter Geheimtipp sind die sonntäglichen Konzerte in der Krypta der Nevski-Kathedrale. Beginn meistens um 10 Uhr. Ploštad Aleksandâr Nevski, tgl. 7-19 Uhr, offiziell ist eine Besichtigung während des Gottesdienstes (tgl. 9.30-11.30 Uhr) untersagt. Krypta: Mi-So 10-18 Uhr
Sveti Aleksandâr Nevski (Aleksandâr-Nevski-Kathedrale) Reiseführer von Marcopolo Ist dieser Text veraltet?
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