Rote Felsen, grüne Wälder, weißer Sand
Ungastlich« wurde das Schwarze Meer in der griechischen Mythologie geheißen, weil es, von starken nordöstlichen Winden angepeitscht, im Herbst und im Winter zu stürmischer Wallung anhob. Spätere Siedler im Küstengebiet waren anderer Meinung, sie nannten es das gastliche Meer. Die Türken wiederum lernten bei ihrem Vormarsch vor allem den stürmischen Charakter kennen. Derartiges hatten sie an der Südseite nicht erlebt. Für sie war es das schwarze Meer - und dabei blieb es.Heute befindet sich hier das Zentrum bulgarischer Gastlichkeit, das die meisten Touristen kennen lernen. Auf 378 km Küstenlänge erstreckt sich eine vielfältige Pracht, mit der die Natur dieses Land ausgestattet hat. Die Bulgaren teilen die Schwarzmeerküste in zwei Abschnitte ein: einen nördlichen mit Varna als Zentrum und einen südlichen mit dem Zentrum Burgas. Die Aufteilung hat auch etwas mit einer Spaltung in zwei fast schon ideologische Lager zu tun. Nicht wenige Sofioter schwören Stein und Bein, dass die Strände im Süden viel schöner seien, was manche Varnenser wiederum für eine der typischen Boshaftigkeiten der Hauptstädter ihnen gegenüber halten.Beide Teile haben in der Tat ihre eigenen Reize. Der Norden hat wunderschöne Felslandschaften um Balčik herum und namentlich bei Kaliakra zu bieten, wo rötliche Steine bis zu einer Höhe von 60-70 m aus dem Meer herausragen, die aufsteigende grüne Kulisse des Goldstrands und mit Varna ganz gewiss auch die interessantere Großstadt.Im Süden wird der Sand zusehends heller und feinkörniger. Um Primorsko wecken die üppige Vegetation und der mit Schlingpflanzen durchsetzte Wald im Mündungsgebiet des Ropotamo subtropische Gefühle. Diesen Teil schmücken mit Nesebâr und Sozopol die malerischsten Städtchen.

