Geschichte sehen und erleben - Bulgarien hat niemals so etwas wie eine ausgesprochene Mitte besessen.
Die Schichtung durch die Gebirgszüge hat vielmehr einzelne Streifen zumeist in westöstlicher Richtung geschaffen, von denen keiner allein die mittleren Teile des Landes beherrscht. Vielmehr ragen sie in diese sehr unterschiedlichen Landschaften hinein, vom Norden her der Balkan, vom Süden her die nördlichen Eingangstore zu den Rhodopen und zur Thrakischen Ebene, also zum gesamten Südteil des Landes. Dazwischen liegt der Streifen des Mittelgebirges Sredna Gora.Die Ortschaften sind geprägt von unterschiedlichen Epochen und Kulturen. Veliko Târnovo und seine Umgebung waren die Wiege des neuzeitlichen bulgarischen Staates, und überall im mittleren Teil des Balkans begegnet man Reminiszenzen an die nationale Wiedergeburt im 18. und 19. Jh. In Plovdiv weisen viele Spuren auf die thrakische Zeit und vor allem darauf hin, dass hier während des Osmanischen Reichs eines der Zentren der europäischen Türkei lag. Der mittlere Teil des Balkans und das Mittelgebirge sind lieblich, leicht zugänglich und passierbar. Am besten erschließt man sie sich von Veliko Târnovo oder von Gabrovo aus, wobei man dann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Im Umfeld von Gabrovo befindet sich die kompakteste Ansammlung von Ortschaften unter Denkmalschutz und Museumsstädten - wie etwa Boženci, Trjavna oder Etâra - und nicht weit südlich davon das Tal der Rosen. Allein Koprivštica, auf halbem Weg zwischen Sofia und Plovdiv bzw. Sofia und Gabrovo, macht eine längere Fahrt erforderlich, wofür Sie aber das märchenhafte Städtchen reichlich entschädigen wird.

