Gelber Fluss und Große Mauer - An Chinas Wiege hinterließen Konfuzius
und buddhafromme Kaiser gleichermaßen ihre Spuren
Historisch gesehen gehört zum Norden nicht nur das Grenzgebiet, sondern
auch die eigentliche Mitte des Reichs. Am Rande der Schwemmebene des
Gelben Flusses residierten die Könige der Shang, Chinas erste historisch
greifbare Dynastie. Hier gruben Archäologen in Tierknochen geritzte
Zeichen aus - die ältesten Schriftzeugnisse Ostasiens. Auch später
residierten die meisten Herrscher hier - in Luoyang, Kaifeng und Peking.
Hier liegen drei der fünf heiligen Berge, hier ist die Heimat des
Konfuzius. Hier begründete China seine Tradition des Baus großer
Verteidigungsmauern und -wälle. Dennoch wurde Nordchina immer wieder von
»Barbaren« überrannt. Attraktionen wie die Grottentempel von Datong und
den mandschurischen Sommersitz Chengde verdankt das Land fremden
Herrschern. Zählt man den aus Indien stammenden Buddhismus hinzu, so
geht in Chinas Kernland sogar die Mehrzahl der Sehenswürdigkeiten auf
ausländischen Einfluss zurück.Genuin chinesisch aber ist das
terrassierte gelbe Lössbergland in der Provinz Shanxi, eine der ältesten
und erstaunlichsten Kulturlandschaften der Erde. Die typischen
Höhlenwohnungen werden heute zunehmend aufgegeben, viele traditionelle
Dörfer sehen Sie jedoch noch entlang der Bahnstrecke, die durch das
Fen-Tal führt. Siehe hierzu auch das Kapitel »Ausflüge und Touren«:
»Durchs Lössgebiet zu Chinas Wurzeln«

