Die Kunsthauptstadt mit ihren alten Botschaften ist ein riesiges Freilichtmuseum
Die historische Hauptstadt (15 000 Ew.) ist ein großes Freilichtmuseum. Vor allem die Jahre der ersten Unabhängigkeit Montenegros nach dem Berliner Kongress 1878 haben architektonische Spuren hinterlassen: Überall in der Stadt finden sich die Botschaften der Großmächte der Zeit, die hier ihre Kontakte zu König Nikola I. pflegten. Der verschaffte dem Kleinstaat durch das geschickte Verheiraten seiner Töchter an die Höfe des alten Kontinents so viel Einfluss wie später nie mehr - und sich selbst den inoffiziellen Titel als »Schwiegervater Europas«.
Die Geschichte der auf einem kargen Karstfeld gebauten Gemeinde reicht zurück bis ins 15. Jh., als der erste Herrscher Montenegros, Ivan Crnojević, auf dem Rückzug vor den Türken hier seinen Sitz nahm. 1484 ließ der geistliche und politische Führer das Kloster von Cetinje errichten, wenig später brachte sein Nachfolger aus Venedig eine Buchpresse mit, die den kulturellen Ruhm Cetinjes begründen sollte, an den mit der Biennale seit 1991 wieder angeknüpft wird. Ende des 19. Jhs. bekam die verträumte Künstlermetropole ein neues Gesicht, das sie sich bis heute bewahrt hat: flache Häuser und gerade Straßenzüge, gesäumt von Linden und Akazien.


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