Eine schöne Küstenstadt in Montenegro.
Nirgendwo anders an der Ostadria sind die Strände so lang und sandig wie um Ulcinj (12 000 Ew.), den südlichsten Küstenort Montenegros. Seit Menschengedenken schwemmt das Meer hier an Salzen reichen, alluvialen Sand an, der durch die Erosion von Quarzfelsen entsteht und über den Flusslauf des montenegrinisch-albanischen Grenzflusses Bojana an die Küste gelangt. Über ganz besondere Heilkräfte soll der Uferschlick am Frauenstrand (Ženska Plaža) der alten illyrischen Stadt verfügen: Erhöhte Mengen an Salz, Jod, Radium und Schwefel locken immer wieder aufs Neue weibliche Gäste die Steinstufen hinunter, in der Hoffnung, dass ihr Kinderwunsch nach dem Bad endlich in Erfüllung geht. Im sozialistischen Jugoslawien zahlten das, bei vorliegendem Rezept eines Gynäkologen, sogar die Krankenkassen.
Neben seinen Stränden besticht Ulcinj mit orientalischem Charakter. Vom Mittelalter an siedelten hier Zuwanderer aus dem slawischen Zeta sowie von Süden gekommene Albaner, die heute mehr als drei Viertel der Bevökerung stellen. Der Eindruck, schon mit einem Fuß in Albanien zu stehen, verstärkt sich zudem in Gesprächen mit den Bewohnern: Fast jeder hat einen oder mehrere Verwandte in Albanien oder im Kosovo.


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