Schon aus der Ferne, auf der Abfahrt von Cetinje oder bei der Anreise von Tivat, kündigt sich die älteste Stadt (10 000 Ew.) an der montenegrinischen Küste mit Paukenschlag an: Etwas versetzt vom restlichen Ufer thront der historische Kern auf einer kleinen Halbsinsel in der Adria und streckt sich nach der Insel Sveti Nikola. Die venezianischen Eroberer gaben der Altstadt im 15. Jh. ihr prächtiges Gesicht, das lediglich durch das Erdbeben von 1979 ein paar - längst verschwundene - Kratzer abbekam. Dem Zustrom von Besuchern, vor allem aus Serbien und Montenegro selbst, tat das kaum einen Abbruch, und heute sind es wieder, wie vor den Balkankriegen, Briten, Niederländer, Deutsche und Österreicher, die an der Budvanska Rivijera ihr Ferienglück suchen.
Ganz verschont von den Folgen der Balkankriege blieben allerdings auch Budva und seine benachbarten Gemeinden nicht. Viele bosnische Serben zogen in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre an die Küste. Die berüchtigten Paten der montenegrinischen Schattenökonomie zeigen an der Obala ihr hinter verspiegelten Sonnenbrillen verstecktes Gesicht. Während die alteingesessenen Restaurantbesitzer und Geschäftsleute über die suspekten Neureichen stöhnen, setzen diese sich in den Grauzonen des lokalen Business immer tiefer fest.
Eine im alten Jugoslawien kaum genutzte Einnahmequelle ist in den Straßen hinter dem herrlichen Hauptstrand der Stadt, dem Slovenska Plaža, entstanden: »Sobe - Zimmer - Rooms« prangt es allenthalben an Hauseingängen und Gartenzäunen. Die Bewohner des einstmals südlichsten Außenpostens des Habsburger Reichs freuen sich über Besuch, und der Aufenthalt in einem der zahlreichen Apartments des Ferienorts Nummer eins wird Ihnen die Gastfreundlichkeit, die gastronomischen Vorlieben und das Alltagsleben an der Küste schnell nahe bringen.
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