Dass das einzige Städtchen (1000 Ew.) auf der montenegrinischen Seite des Skutarisees über Jahrhunderte hinweg eine strategisch wichtige Position innehatte, sticht Reisenden sofort ins Auge. An der Kreuzung zwischen dem in den 1970er-Jahren errichtteten Bahndamm Richtung Küste und der Uferstraße nach Albanien lag der kleine Fischerort einst auf einer Insel - als letzte Bastion gegen die Türken. Folgt man dem schnurgeraden Damm ein paar Kilometer Richtung Podgorica, zieht links die Festung Lesendra vorbei, eine türkische Schutzburg, die die Eroberungen des Istanbuler Paschas sichern sollte.
Heute verbinden zwei Brücken das Fischerstädtchen mit den Uferstreifen. Hinter der Brücke über die Crmnica erinnert das in den Fels gehauene Partisanendenkmal an ein weiteres Stück Geschichte: Am 13. Juli 1941 begannen hier die von Titos Gefährten Milovan Đjilas geführten montenegrinischen Kommunisten ihren Aufstand gegen die italienischen Faschisten. Farbenfroh präsentiert sich freitags der Wochenmarkt, der dem Ort seinen Namen gab: Virpazar - lebendiger Markt. In einem Sprachgewirr aus Serbisch und Albanisch bieten Bäuerinnen und Fischer von frischem Olivenöl über Karpfen bis zu Tomaten und Paprika jede Menge natürlicher Köstlichkeiten an. Ab Ende April, wenn Iris und Seerose in voller Blüte stehen, beginnt im Schilf am Ufer für die Vermieter von Ausflugsbooten die Saison - eine einträgliche Einnahmequelle; Kunden sind vor allem Wochenendbesucher aus der nur eine halbe Autostunde entfernten Hauptstadt Podgorica.
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