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In römischer Zeit war das heutige Mdina (370 Ew.) nur ein Teil der Inselhauptstadt Melite, deren Stadtmauern auch etwa die Hälfte des heutigen Rabat (11 500 Ew.) umschlossen. Als die Araber Malta 870 eroberten, lagen diese Mauern in Trümmern. Die Moslems erneuerten die Stadtanlage nur an dem leichter zu verteidigenden Felsvorsprung, gerade einmal 2000m² groß. Die Normannen bauten diese Mauern im 12. Jh. um und aus, beschränkten sich aber ebenfalls auf Mdina.
Im Jahre 1422, also noch vor der Ankunft der Ordensritter, suchten die Türken schon einmal Malta heim. Mit 18000 Soldaten verwüsteten sie die Insel, konnten Mdina jedoch nicht einnehmen. König Alfonso von Aragón ehrte die Stadt daraufhin mit dem Titel Città Nobile - ein Akt, der mit der Verleihung des Georgskreuzes an Malta 1942 seine moderne Entsprechung fand.
Als die Johanniter 1530 nach Mdina kamen, war der einheimische Adel erbost, musste sich jedoch fügen. Die Ordensritter ließen die Mauern ausbessern und durch zwei neue Bastionen verstärken, bis sie zwei Jahre später nach Birgu, dem heutigen Vittoriosa, zogen. Politisch einigte man sich darauf, dass der maltesische Adel sein Selbstverwaltungsorgan, die so genannte Università behielt. Die Malteser erkannten die Oberherrschaft der Ritter an, die Ritter wiederum versprachen, die Privilegien und autonomen Rechte des ansässigen Adels zu respektieren.
Während der Großen Belagerung im Jahre 1565 ließen die Türken Mdina nahezu unbehelligt. So konnten dessen Bewohner die Ritter mit Nachschub versorgen und Nachrichten des Ordens nach Sizilien übermitteln. Gelegentlich verwirrten die Leute von Mdina die Türken sogar, indem sie deren leere Truppenlager oder kleine türkische Reitertrupps auf Lebensmittelsuche überfielen und damit Unruhe hinter die Reihen der Belagerer trugen.
1798, als Napoleons Truppen auf Malta wüteten, formierte sich hier der Widerstand. Nach der Plünderung des Karmeliterklosters warf man den gallischen Kommandanten, General Masson, einfach vom Balkon und zwang die Franzosen zum Rückzug nach Valletta, wo sie sich später den zu Hilfe gerufenen Engländern ergaben.
Mit dem Bau Vallettas verlor Mdina an Bedeutung. Immer mehr Bewohner wanderten in die neue Inselhauptstadt ab. 1693 richtete ein Erdbeben beträchtliche Schäden an. Am Neuaufbau beteiligten sich allerdings auch die Johanniter, die auf diesem Weg ihren Herrschaftsanspruch über Mdina deutlich machen konnten. Großmeister Vilhena ließ sich in Mdina 1730 sogar einen Palast errichten - und das nicht irgendwo, sondern dort, wo bisher das Selbstverwaltungsorgan des Adels, die Università, getagt hatte - eine deutliche Brüskierung der einheimischen Nobilität.
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