Der Prachtbau der Ordensritter
Die eindrucksvollste Kirche Vallettas ist die Hauptkirche des Johanniterordens, Johannes dem Täufer geweiht. Nach dem Abzug der Ritter von Malta fiel sie an das Erzbistum Malta und wurde 1816 von Papst PiusVII. in den Rang einer Bischofskirche erhoben, den bis dahin allein die Kathedrale von Mdina hatte - daher der eigenartige Name Co-Cathedral. Sie wurde 1573-77 nach den Plänen von Girolamo Cassar erbaut, der eigentlich gelernter Militärarchitekt war. Entsprechend streng, schlicht, aber auch stabil ist das Äußere der Kirche. Ganz anders das Innere, das Mattia Preti Mitte des 17. Jhs. im Stil des Barock auf eigene Kosten umgestaltete! Nicht nur die Deckenmalereien mit 18 Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers stammen von ihm, sondern auch die Vorzeichnungen für die zahlreichen Reliefs, mit denen Pfeiler und Wandflächen lückenlos bedeckt sind. Am außergewöhnlichsten ist der Boden der Kirche. Er ist über und über mit 375 Grabplatten aus Einlegearbeiten in verschiedenfarbigem Marmor bedeckt, unter denen Ordensritter beigesetzt sind. Die Platten sind mit Inschriften und Wappen, aber auch immer wieder mit Darstellungen von Totenschädeln und Skeletten versehen. Die Kapellen in den beiden Seitenschiffen sind jeweils einer Landsmannschaft des Ordens zugeordnet. Auf der linken Seite sind das von hinten nach vorn die Kapelle Deutschlands, Italiens, Frankreichs, der Provence und schließlich die von Bayern und Großbritannien gemeinsam; auf der rechten Seite sind es die Portugals und Kastiliens, Aragóns und der Auvergne. Das Oratorium der Kirche war für die Gebete der Novizen des Ordens gedacht und wurde ebenfalls von Preti gestaltet. Das 1608 entstandene Altarbild jedoch - Maltas bedeutendstes Gemälde überhaupt - stammt von dem italienischen Barockmaler Michelangelo da Caravaggio. Mit ungewöhnlicher Ausdruckskraft, raffinierten Licht- und Schattenkontrasten und großer Realitätsnähe malte er die Enthauptung Johannes des Täufers. Der noch nicht ganz tote Täufer liegt nach dem Schwertstreich blutend auf dem Boden, während der halb nackte Henker seinen Kopf ergreift, um diesen mit dem Messer vollends vom Leib zu trennen. Der Gefängniswärter weist auf die goldene Schale, die Salome schon bereithält, um das Haupt des Täufers in Empfang zu nehmen. Eine alte Frau greift sich entsetzt mit beiden Händen an den Kopf, während zwei Neugierige durch ein vergittertes Fenster versuchen, das Geschehen zu verfolgen. Signiert hat Carravaggio sein Werk makabrerweise ausgerechnet in einer Blutlache auf dem Boden mit dem Schriftzug »fr. michelang«. Der St. John's Co-Cathedral ist ein Museum angeschlossen, das Sie vom Oratorium aus erreichen. Es besitzt 28 Gobelins, die alljährlich im Juni in der Kathedrale selbst aufgehängt werden. Sie entstanden zwischen 1697 und 1700 in der Hofweberei des französischen Königs LudwigXIV. nach Vorlagen von Peter Paul Rubens und Nicolas Poussin. Dargestellt sind u. a. die Verkündigung, die Anbetung der Hirten und der Heiligen Drei Könige, Jesu Einzug in Jerusalem, die Kreuzigung sowie die Auferstehung. Co-Cathedral und Museum Mo-Sa 9.30-12.30, Mo-Fr auch 13.30-16.30 Uhr, Eintritt 1 Lm, St. John's Square, Valletta...
















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