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In der 1574 erbauten, ehemaligen Auberge de Provence, wo einst die provenzalischen Ordensritter lebten, wird heute zur Schau gestellt, was Maltas Boden an archäologischen Schätzen frei gab. Das Museumsgebäude wurde grundlegend restauriert, die Sammlungen neu geordnet. Die Wiedereröffnung erfolgte bereits 1998; aber bis zur vollständigen Zugänglichkeit aller Ausstellungsräume dürfte noch einige Zeit vergehen. Es ist daher möglich, dass zeitweise nicht alle der nachfolgend genannten Objekte zu sehen sind. Im Erdgeschoss sind die Funde aus dem Neolithikum ausgestellt; Tempelmodelle erleichtern das Verständnis neolithischer Architektur. Eins dieser Modelle zeigt auch das unterirdische Hypogäum in Paola, das nur wenige Urlauber besichtigen können. Besonders eindrucksvoll ist der berühmte Altar von Hagar Qim. Der 73 cm hohe Kalksteinblock ist über und über mit punktartigen Vertiefungen überzogen und trägt auf allen vier Seiten Reliefs. Sie stellen eine Staude dar, die wie ein Lebensbaum aus einem Topf emporwächst. Zu den schönsten Kunstwerken der Jungsteinzeit gehört die nur 7 cm hohe und 12 cm lange Terrakottafigur einer liegenden Frau, die auch als Schlafende Venus bezeichnet wird. Ihr winziger Kopf liegt auf einem Kissen, ihre viel zu breiten Schultern und mächtigen Oberarme sollen wohl ebenso wie die ausladenden Brüste und das gewaltige Becken Fruchtbarkeit symbolisieren. Das nur 5 cm lange Miniaturmodell eines einräumigen Tempels aus Mgarr zeigt die früheste Form maltesischer Tempel und hat den Archäologen zugleich Aufschluss über die nirgends erhaltene Dachform der Tempel gegeben. An den Wänden dieses Raums sind die Tierreliefs aus den Tempeln von Tarxien aufgestellt, die vor Ort auch als Kopien zu sehen sind. Sie zeigen Prozessionen von Opfertieren. Klar zu erkennen sind Schafe, Ziegen und Schweine. Einzigartig ist die abstrahierte Darstellung einer Sau, die 13 Ferkel säugt - auch dies wahrscheinlich ein Symbol der Fruchtbarkeit. Ein weiterer Höhepunkt aus neolithischer Zeit ist das Original der größten auf Malta gefundenen Magna-Mater-Statue, deren Kopie auch im Tempel von Tarxien steht. Aus der Größe der nur bis zur Hüfthöhe erhaltenen Skulptur kann man schließen, dass sie einst rund 3m hoch gewesen sein muss. Im Obergeschoss des Museums nimmt ein großer Saal die gesamte Frontseite des Museums ein. Seine bemalte Kassettendecke zeugt vom Prunk der Ritterzeit. In den Ausstellungssälen im Obergeschoss sind vor allem Exponate aus der phönizischen Zeit ausgestellt. Eindrucksvoll ist ein punischer, menschengestaltiger Terrakottasarkophag aus dem 5. Jh. v. Chr., der bei Rabat gefunden wurde. Für die Wissenschaft bedeutsamer war freilich der Cippus, ein Grabstein, der eine phönizische und eine griechische Inschrift trägt. Er ermöglichte es den Archäologen erstmals, das phönizische Alphabet zu verstehen. Standardöffnungszeiten siehe S. 105, Einritt 1 Lm, Republic Street, Valletta
National Museum of Archeology/ Auberge de Provence Reiseführer von
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