Hafenrundfahrt: Der beste Blick auf die Festungsmauern
Valletta (7100 Ew.) gibt sich gegenüber dem Rest der Insel vornehm distanziert. Größtenteils wird es durch den Grand Harbour und den Marsamxett Harbour von seinen Nachbarstädten getrennt; zu seiner Vorstadt Floriana hält es durch einen tiefen Wallgraben und eine breite Straßenschneise Abstand. Der Angelpunkt, der beide zusammenhält, ist der weite, rundePlatz vor dem City Gate, in dessen Mitte der markante Tritonenbrunnen steht. Der Platz ist zugleich Maltas wichtigster Busbahnhof, von dem aus Linienbusse in alle Winkel der Insel fahren.
Durch das City Gate, ein umstrittener Neuentwurf aus den 1960er-Jahren, treten Sie ins Innere der ehrwürdigen Ritterstadt. Wie ein Rückgrat zieht sich von hier aus die Republic Street auf dem Grat des Monte Sciberras bis hinunter an die Spitze der Halbinsel. An ihr liegen Vallettas bedeutendste Plätze, aber auch der Grandmaster's Palace und - mit einer Längsseite - die St. John's Co-Cathedral, die Law Courts, vornehme Geschäfte und einige der wenigen Straßencafés der Stadt. Nebenstraßen führen schachbrettartig zu den beiden Häfen hinunter. Die hier liegenden Bars sind inzwischen arg heruntergekommen. Nur im unteren Teil der Strait Street ist noch ein Hauch von Soho oder St.Pauli zu spüren.
Nach langen Jahren der Stadtflucht ist es heute wieder chic, in Valletta zu wohnen. Der Staat renovierte einige der Häuser mit ihren typischen kleinen und großen Erkern, die scheinbar wahllos an die Fassaden angesetzt sind. Viele Restaurierungen beruhen jedoch auf Privatinitiativen. Für die Zukunft bestehen große Pläne, zunächst den Busbahnhof und den Platz hinter dem City Gate attraktiver zu gestalten und anstelle der Opernhausruine ein modernes Kulturzentrum zu errichten. Vielleicht weicht dann auch die abendliche Langeweile aus Valletta, die die Stadt bisher noch prägt.
Jeder Besuch Vallettas ist unvollständig ohne einen Blick von ihren Mauern und Bastionen auf die beiden Häfen - und ohne eine Hafenrundfahrt von Sliema aus - besonders schön am Abend, wenn die jahrhundertealten Mauern effektvoll angestrahlt werden. Nur wenn Sie beides unternommen haben, können Sie die Wehrhaftigkeit und die damals unglaubliche Bauleistung der Menschen richtig würdigen. Dabei sollten Sie nicht vergessen, dass Valletta im Zweiten Weltkrieg schwer bombardiert und später wieder aufgebaut wurde.
Vallettas Vorstadt Floriana ist weniger spektakulär. An den Platz mit dem Tritonenbrunnen grenzt der weite Vorplatz von St. Publius, der von Getreidespeichern aus der Ritterzeit unterhöhlt ist. Zwei breite Boulevards beginnen hier: Die St. Anne Street bildet die Verbindungsachse zur übrigen Insel, während The Mall vor einer Bastion der Außenmauern endet....




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