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von Marcopolo

Am Puls des Lebens - Die meisten Touristen und Malteser leben zwischen den Hotels von St. Julian's und den Mauern von Valletta

Die Orte zwischen dem Grand Harbour im Süden und der St. George's Bay im Norden tragen zwar noch immer unterschiedliche Namen, sind in Wahrheit aber längst zu einer großen Stadt zusammengewachsen. Valletta ist nicht nur das historische Zentrum der Insel mit den meisten Sehenswürdigkeiten, sondern tagsüber auch eine lebendige Einkaufsstadt. Viele Regierungsstellen sind hier angesiedelt, aber nur wenige Hotels. Floriana - wie Valletta von Büros und Behörden geprägt - bildet den Übergang zu den Wohnsiedlungen der Händler und Staatsangestellten. Anfangs sind die nördlich gelegenen Stadtteile noch von kleinen Gewerbebetrieben durchsetzt; ab Sliema prägt dann aber der Fremdenverkehr das Bild. Und St. Julian's und Paceville sind zumindest in Ufernähe nur noch reine Urlauberstädte.

Hinter den Stadtteilen am Wasser liegt eine zweite Reihe von Orten, die ebenfalls völlig ins städtische Malta integriert sind. Zabbar und Qormi, Hamrun und Birkirkara gehören dazu. Sie haben für Touristen nur wenig zu bieten - anders als Paola und Tarxien mit ihren bedeutenden Kultstätten. Die Siedlungen am Grand Harbour schließlich, allen voran Vittoriosa, Senglea, Cospicua und Marsa, werden vom Hafen und der Werftindustrie geprägt.

Der Grand Harbour war die Keimzelle des neuen Malta. Als die Johanniterritter 1530 auf Malta landeten, lag die Sciberras-Halbinsel, auf der heute Valletta und Floriana stehen, außer einem kleinen Fort noch völlig unbesiedelt da. Auf der gegenüberliegenden Seite, wo heute Senglea und Vittoriosa zu finden sind, hatten sich Fischer zwischen den Ruinen phönizischer, byzantinischer und arabischer Bauten niedergelassen.

Das Herz Maltas schlug zu jener Zeit in Mdina. Die Johanniter erkannten sofort den strategischen Wert des Grand Harbour. 1530-65 ließen sie auf den beiden Halbinseln zwischen French Creek und Kalkara Creek nicht nur die alten Festungen neu erstehen, sondern auch gleich drei neue Städte: Birgu, das heutige Vittoriosa, Senglea, benannt nach dem Großmeister Claude de la Sengle, und - etwas landeinwärts gelegen - Bormla, heute Cospicua. Diese drei Orte werden meist zusammengefasst die Three Cities genannt.

Valletta ist jünger als diese drei. Den Plan zum Bau der neuen Hauptstadt fasste Großmeister Jean Parisot de La Valette erst während der Großen Belagerung 1565 und setzte ihn gleich nach deren Ende mit finanzieller Unterstützung des Papsts und der Herrscherhäuser Europas in die Tat um. Bereits 1571 konnte der Orden von Birgu - wegen des heldenhaften Kampfs gegen die Türken inzwischen Vittoriosa genannt - in die neue Metropole umziehen. Drei einzigartig befestigte Städte, die aus der Luft gesehen wie fest verankerte Schlachtschiffe wirken, schützten nun den Grand Harbour vor Überfällen.

Die rege Bautätigkeit zog auch Künstler und Handwerker aus anderen Ländern Europas an. Um diese unterzubringen, erweiterten die Ritter 1620 den Mauerring um Valletta und schufen so die Vorstadt Floriana. Schon 1638 entstand um die Three Cities herum auf der Landseite ein zusätzlicher Verteidigungsring, die Magherita Lines - die ab 1670 durch die Cotonera Lines ergänzt wurden - sowie an der gegenüberliegenden Landzunge das Fort Ricasoli.

Erst im 20. Jh. wuchsen auch die Weiler weiter im Norden zu Kleinstädten heran. Und der Tourismus der 1980er-Jahre hat aus Sliema und St. Julian's neue Zentren für Fremde und Einheimische zugleich gemacht. Doch zum Baden im Meer finden Sie im städtischen Malta trotzdem kaum Gelegenheit. Auf den felsigen Küstenstreifen können Sie sich bestenfalls sonnen, zum Schwimmen sind die Pools der Hotels besser geeignet.

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