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Foto von ritchy
Der Nordwesten gehört zu den landschaftlich interessantesten Regionen Argentiniens. Die sanften Bergketten Córdobas setzen sich fort in der Hochkordillere der Cuyoregion. In ihrem Westen erhebt sich drohend die Hochkordillere mit verschneiten Gipfeln: Der größte unter ihnen ist der legendäre Aconcagua (6960 m), der zugleich auch der höchste Berg des Kontinents ist. Im Süden nimmt die Zahl der Vulkane zu. 320 km nördlich von San Juan liegt der Nationalpark Ischigualasto, auch schlicht das Mondtal, Valle de la Luna, genannt. Faszinierende Steinformationen und vom Wind geformte natürliche Skulpturen hinterlassen ein Gefühl von Unwirklichkeit.
Auch im hohen Norden, in der Quebrada de Humahuaca nördlich von Jujuy, hat die Natur für ein besonderes Schauspiel gesorgt. Die Bergketten sind mit bunten Erzen durchsetzt und bilden so in leuchtendem Rot, Gelb und Blau einen dramatischen Gegensatz zum Grün der haushohen Kandelaberkakteen.
Im gesamten Nordwesten sind die Spuren indianischer Tradition noch lebendig. Hier ist Pachamama, die Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin, zu Hause. Sie wird noch heute von den Indianerstämmen verehrt und häufig mit Mutter Maria gleichgestellt. Viele der indianischen Siedlungen um Córdoba, bei Mendoza, in Salta und Jujuy stehen heute noch dort, wo sie sich schon vor der Eroberung durch die Spanier befanden. Damals bildeten sie die Vorposten für die Handelswege der Inkas. Inkafestungen bei Salta und Jujuy erinnern daran, dass auch die Coyaindianer einst zu diesem großartigen Imperium gehörten. Heute leben die letzten Ureinwohner von der Arbeit in den Kupfer- und Silberminen im äußersten Norden des Landes und verdienen sich durch Kunsthandwerk ein wenig dazu. So gibt es auf den Indianermärkten bei Jujuy und Salta die schönsten Teppiche und Pullover Argentiniens zu kaufen, auch anspruchsvolle Töpferarbeiten, die getreu nach altem Vorbild gearbeitet werden.
Hier im Nordwesten liegen auch die ältesten Kolonialstädte des ehemaligen Vizekönigreichs Río de la Plata. Den Handelswegen der Inkas folgend, errichteten die Konquistadoren ihre Städte ebenfalls in dem Korridor zwischen der Hafenstadt Buenos Aires und dem fernen Lima. So entstanden die ersten Städte wie Salta, Humahuaca und Córdoba bereits im 16. Jh. und erinnern noch heute an den frühen Glanz des Vizekönigreichs.
Das Klima im Nordwesten mit extrem heißen Temperaturen ist ideal für den Weinanbau. Sonnenschein und wenig Niederschläge lassen in Salta, Cafayate, San Juan und Mendoza Spitzenweine heranreifen. Künstlichen Bewässerungssystemen verdanken die Einwohner der Voranden außerdem den Anbau von Obst in riesigen Plantagen.Nordwest-Argentinien Reiseführer von Marcopolo Ist dieser Text veraltet?
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