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Sehenswürdigkeit

Mosteiro dos Jerónimos

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Mosteiro dos Jerónimos

Versteinerte Weltmacht: das Glanzstück der Manuelinik

Es sollte stets das Erste sein, was vom Schiff aus bei der Ankunft in Lissabon zu sehen war: das Hieronymuskloster, Prunkstück des goldenen Zeitalters der portugiesischen Entdeckungen, Ruhestätte der großen Söhne des Landes, seit 1983 Welterbe der Unesco.

König Manuel I., der Glückliche (o Venturoso) genannt, weil seine Seeleute ihm ein Weltreich mitbrachten, legte am 6. Januar 1501 den Grundstein für den Klosterbau. Beflügelt von den Geschichten der Seefahrer, schufen seine Baumeister üppige orientalische Ornamente und Verzierungen. Erst Jahrhunderte später sollte der eigenwillige Baustil zwischen Gotik und Renaissance den Namen Manuelinik erhalten. König Manuel I. sollte die Fertigstellung seines Klosters nicht mehr erleben. Nach seinem Tod im Jahr 1521 dauerte es noch fast 50 Jahre, bis das Kloster stand.

Zunächst fallen die beiden großartig geschmückten Portale ins Auge, beide Meisterwerke der Steinmetzkunst. Im Inneren der Kirche fächern sich sechs reich verzierte schlanke Pfeiler, jeder 25 m hoch, zu Palmen auf und bilden einen Himmel aus Sternen und Quadraten. Unter der Empore befinden sich zwei prächtige Sarkophage: Der von Vasco da Gama ist verziert mit Karavellen, Weltkugel und Kreuzrittersymbol, rechts daneben steht der von Nationaldichter Luís de Camões, geschmückt mit Federkiel, Lorbeerkranz und Leier. Der Autor des portugiesischen Nationalepos Os Lusíadas liegt allerdings nicht wirklich hier, er starb 1580 völlig verarmt an der Pest und wurde in einem Lissabonner Massengrab beigesetzt. In tiefen Nischen beim prachtvollen Hochaltar stehen, getragen von marmornen Elefanten, die königlichen Sarkophage.

Märchenhaft ist der doppelstöckige Kreuzgang. Mit seinen filigranen, üppigen Verzierungen gilt er als einer der schönsten der Welt. Dem Kreuzgang schließt sich das große Refektorium an. Auch hier ein herrliches, steinernes Netzgewölbe und schöne Azulejopaneele aus dem 18. Jh. Kreuzgang: Okt.-April Di-So 10-17, Mai-Sep. Di-So 10-18 Uhr Kirche: freier Eintritt

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