Versteinerte Weltmacht: das Glanzstück der Manuelinik
Seine Lage am Ufer Beléms, wenige Schritte vom Tejo-Fluss entfernt, lässt keinen Zweifel. Lissabons steinernes Monument für die einstige Größe der Weltmacht Portugal ist untrennbar mit der Seefahrt verbunden. König Manuel I war es, der das Hieronymus-Kloster am Zenit des goldenen Zeitalters in Auftrag gab (1501). Kurz davor war Vasco da Gama von seiner ersten Indienreise zurückgekehrt. Die Einnahmen aus dem Überseehandel sprudelten, Geld für den Bau des 300 Meter langen Prunkgebäudes aus hellem Kalkstein war zu Genüge vorhanden. Orientalische und maritime Ornamente an Portalen und Säulen zeugen von der Expansion des portugiesischen Reichs. Der üppig verzierte Baustil unter der Herrschaft Manuels I an der Schwelle zwischen Gotik und Renaissance sollte später als Manuelinik in die Kunstgeschichtsbücher Einzug halten – das Hieronymus-Kloster (seit 1983 Welterbe der Unesco) gilt als bedeutendster Bau dieser Epoche. Die Kirche beherbergt eine Reihe von Sarkophagen von großen Seefahrern und portugiesischen Königen. Jener von Vasco da Gama steht unter der Eingangsempore, ihn ziert eine Weltkugel, eine Karavelle (Segelschiff) und das Kreuzrittersymbol. Beeindruckend die filigranen, 25 m hohen Pfeiler des Kirchenschiffs. Sie fächern sich an der Oberseite wie Palmen auf und gehen in ein kleinteiliges Netzgewölbe über. Ebenfalls sehenswert: der reich verzierte, zweigeschossige Kreuzgang des Klosters samt großem Refektorium (Speisesaal).


Mosteiro dos Jerónimos Fotos











mehr Mosteiro dos Jerónimos Fotos