Panem et circenses - Brot und blutige Spiele im Kolosseum
Vom größten antiken Bauwerk in Rom fehlt ein gutes Stück, doch das tut seiner kolossalen Wirkung keinen Abbruch. Gänsehaut kommt spätestens dann auf, wenn man sich seiner einstigen Nutzung besinnt. Kaiser Titus weihte das von seinem Vater Vespasian begonnene Amphitheater nach nur achtjähriger Bauzeit im Jahr 80 n. Chr. ein. Nicht mit einem simplen Kirtag, sondern mit hunderttägigen Festspielen, im Zuge derer unzählige Gladiatoren und Tiere einen brutalen Tod fanden. Auf die drei geplanten Geschosse ließ Titus noch ein viertes hinzufügen, sodass rund 50.000 Zuschauer dem zweifelhaften Unterhaltungsprogramm aus Brot und Spielen der eher blutrünstigen Art beiwohnen konnten.
Die Zahl der im Kolosseum bei Gladiatorenkämpfen, Tierhetzen, inszenierten Seeschlachten und Hinrichtungen umgekommenen Menschen geht vermutlich in die Hunderttausende. Dieser historischen Bürde Rechnung tragend, gibt es sich heute als Monument gegen die Todesstrafe. Sobald irgendwo auf der Welt ein Todesurteil ausgesetzt oder die Todesstrafe abgeschafft wird, erstrahlt die steinerne Arena in grünem Licht.
















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