Die Lage der Stadt (725000 Ew.) in der Conca d'Oro, der „Goldenen Muschel“, die von den Bergen hinter Monreale und vom Monte Pellegrino eingerahmt wird, ist großartig. Goethe fasste seine Begeisterung in die Worte vom „schönsten Vorgebirge der Welt“.
Auch heute noch ist es am stimmungsvollsten, mit dem Schiff in Palermo anzukommen, erst einen Blick auf das Bergtheater der Nordküste zu werfen, dann immer tiefer in die Bucht einzufahren, die Türme und Kuppeln der Stadt immer deutlicher zu sehen.
Die Innenstadt, vor 200 Jahren eine der prachtvollsten Residenzstädte Europas, zeigt das häufig unvermittelte Nebeneinander von völliger Verödung und praller Vitalität, nicht nur auf den Märkten, dort allerdings am buntesten und exotischsten. Teile der Altstadt sind Ruinen, Trümmerflächen, wo die Bombardements des Zweiten Weltkriegs und die anschließende Spekulation Löcher gerissen haben. Andere Straßenzüge sind vom Morgen bis in die späte Nacht so voller Menschen, dass man sich kaum durchquetschen kann, denn inzwischen kommt wieder Leben in diese Viertel. Überall wird restauriert, aufgebaut, engagierte junge Leute sind in die Altstadt gezogen. Läden, Lokale und Treffs entstehen allenthalben.
Wie überall auf Sizilien ist der dominierende Baustil der Barock. Die Großartigkeit der normannischen Bauten und Mosaiken hat künftige Generationen daran gehindert, abzureißen, umzubauen und zu übertünchen. Aus der Zeit davor, von den Bauwerken der Araber, die Hunderte von Bethäusern und Moscheen in der Stadt besaßen, und aus byzantinischer Zeit ist nichts geblieben. Jedoch vermitteln die frühen Normannenkirchen wie San Giovanni degli Eremiti und San Cataldo sowie die beiden Gartenpaläste La Cuba und La Zisa eine gute Vorstellung von der Baukunst der sizilianischen Araber.
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