Altstadt: In Genova (Genua) ein faszinierender Mix aus dunklen Gassen und prachtvollen Palazzi
Als (möglicher) Sohn dieser Stadt entdeckte Cristoforo Colombo 1492 Amerika, doch mit dieser »Eroberung« begann Genuas Niedergang: La Superba, die Stolze, verlor als Weltseemacht die zentrale Handelsrolle im Mittelmeerraum an nordwesteuropäische Häfen. 1992, 500 Jahre nach der Entdeckung, musste Kolumbus herhalten, um Genua (700 000 Ew.), gebeutelt durch nachlassende Hafentätigkeit und die Krise der Schwerindustrie, wieder zum Leben zu erwecken. Der alte Hafen wurde neu belebt, viele Paläste und das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Theater Carlo Felice wurden restauriert.
Für Genuas Rolle als europäische Kulturhauptstadt 2004 hat man mit der Instandsetzung der großen, vielerorts ziemlich heruntergekommenen Altstadt begonnen, der Bummel durchs lebendige Gassengewirr ist ebenso ein Muss wie der über die barocken Prachtstraßen Via Garibaldi und Via Balbi mit ihren wunderbaren Palästen voller Kunstsammlungen - einst Wohnsitze der reichen Schiffsbauer, Kaufleute und Bankiers aus Genuas großer Zeit im 16. und 17. Jh. Zahlreiche neue Aperitifbars und Szenelokale haben sich in den Gemäuern der schönen Altstadtpalazzi angesiedelt. 42 von ihnen, Palazzi dei Rolli genannt, stehen seit 2006 unter Unescoschutz. Mit Zahnradbahnen und Aufzügen gelangt man in die oberen Stadtteile. Den vielleicht schönsten Blick auf die Stadt, den Hafen und das Meer hat man von der Dachterrasse des neuen Meeresmuseums im alten Hafengelände. Kurz: Genua ist heute eines der attraktivsten Reiseziele Italiens.

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