Die Hauptstadt von Apulien
Bari (312000 Ew.), die Regionalhauptstadt Apuliens, präsentiert sich heute wieder besser als ihr Ruf.
Die Bevölkerungsexplosion der letzten Jahrzehnte durch die Landflucht und eine mäßig erfolgreiche Industrialisierung, die damit verbundene hemmungslose Zersiedelung der Peripherie in anonyme Wohnviertel, die Verwahrlosung des Altstadtkerns sowie Hiobsbotschaften von Kleinkriminalität, der auch ahnungslose Touristen zum Opfer fielen - all das hat nicht gerade dazu beigetragen, Bari zu einem attraktiven Reiseziel zu machen. Doch manches hat sich mittlerweile zum Besseren gewendet - wie vielerorts in Süditalien.
Der labyrinthische Altstadtkern, noch teilweise ummauert und auf einer Landzunge ins Meer ragend, ist weitgehend saniert worden, bedeutende romanische Kirchen sind restauriert, neue Lokale und Cafés öffnen im Zentrum. Auch in der schachbrettartig gegliederten Neustadt mit ihren Flanieralleen und bürgerlichen Wohnhäusern - deren Gestaltung das französische Intermezzo von Joachim Murat als Vizekönig von Neapel (1806-15) mitbestimmte - herrscht heute ein geschäftiges Treiben.
Schon von den Römern genutzt, diente die Hafenstadt von jeher als Handelstor zum Orient.
Mit der alljährlichen Fiera del Levante, einer riesigen, an die anderen Mittelmeerländer gerichteten Produktmesse, spielt Bari auch heute eine bedeutende Rolle als Handelsscharnier zum Osten. Hinzu kommen der Hafen und eine große Universität.


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