„Als ich das erste Mal nach Madrid kam, stieg ich an der Gran Vía aus der Metro und schaute nach oben: Ich dachte, ich sei in New York“, erzählt Pablo Carbonell, ein in Spanien berühmter Musiker und Showmann. Nirgendwo ist Madrid so großstädtisch wie auf diesem knapp 1,5 km langen Boulevard. Er entstand nach Pariser Vorbild zwischen 1910 und 1931: ein gewaltiger Schnitt mitten ins historische Zentrum der Stadt. 358 Gebäude fielen der Spitzhacke zum Opfer, 14 Straßen verschwanden vom Stadtplan.
Die Gran Vía war die Prachtstraße einer Großstadt auf der Suche nach Modernität. Links und rechts wuchsen vielstöckige Gebäude im rationalistischen Stil der Zeit heran, überragt von der 81m hohen Telefónica-Zentrale (1929) an der Ecke zur Calle Fuencarral - die Uhr auf ihrer turmartigen Spitze leuchtet weithin sichtbar rot in die Madrider Nacht hinaus.
Heute ist die Gran Vía eine belebte Einkaufsstraße mit vielen Kinos und Musicaltheatern, einem niemals endenden Verkehrsstrom auf den sechs Fahrspuren und nächtlicher Prostitution. Wer zwischen den beschaulichen Altstadtvierteln ein wenig Metropolenflair sucht, der ist hier richtig. Metro 1, 5: Gran Vía
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