Gravelines (niederländisch Grevelingen) ist eine kleine Stadt in Nordfrankreich, Département Nord, an der Nordsee. Die Stadt liegt an der Mündung des kleinen Flusses Aa. Sie hat etwa 12.000 Einwohner.
Die Stadt, die bis etwa 1900 zum Teil niederländischsprachig war, gehörte von 1159 bis 1659 zur Grafschaft Flandern. Am 13. Juli 1558 fand bei der Stadt eine Schlacht zwischen den Truppen Philipps II. und denen des französischen Königs Heinrichs II. statt. Die Franzosen verloren die Schlacht und wurden damit zum Frieden von Cateau-Cambrésis (3. April 1559) gezwungen. Dieser Friede ebnete dem katholischen Philipp II. den Weg zur Verfolgung der Protestanten in den Niederlanden, was zum Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) führte.
Am 8. August (29. Juli nach dem damals in England noch gültigen julianischen Kalender) 1588 kam es weiters zur Seeschlacht bei Gravelines, bei der die englische Flotte unter Francis Drake die Spanische Armada vernichtend schlug und damit den Grundstein für den Aufstieg Englands zur Seemacht legte.
Gravelines hat einen sehenswerten Stadtkern. Die Stadtbefestigung, zum Teil im späten 17. Jahrhundert vom berühmten Festungsbaumeister Vauban angelegt, ist gut erhalten geblieben. Das Rathaus hat, wie in vielen anderen Städten Flanderns, einen Belfried.
In der Gemeinde steht mit dem Kernkraftwerk Gravelines eines der größten in Europa. (...)
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